Die Bundesregierung will das Netz nicht den Nerds überlassen. Das sagte unlängst Staatssekretär Rainer Sontowski auf einer Konferenz in Berlin. Also muss jetzt aber wirklich ganz schnell eine Stelle her, für dieses neumodische Internet, das einfach nicht mehr weggehen will. Eine Bezeichnung für das Ehrenamt ist auch gefunden: „Beauftragter für Kreative und Digitale Ökonomie“. Hübsch. Aufgehängt ist der Job im Wirtschaftministerium von Sigmar Gabriel.

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Einen Nicht-Nerd hat das Ministerium auch schon gefunden. Es ist: Dieter Gorny. Bekannt als einstiger Gründer des Musiksenders Viva und durch seinen heldenhaften und nicht immer ganz unumstrittenen Kampf für den Schutz geistigen Eigentums im Internet. Gorny setzte sich durch seine Argumentation immer wieder dem Verdacht aus, nicht allzu viel von der Materie zu verstehen. Jetzt hat der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Musikindustrie die einmalige Chance, sich zu rehabilitieren.

Allerdings ist die Personalie im Vorfeld schon heftig – na ja, sagen wir mal – umstritten. Der bekannte Medienjournalist Stefan Niggemeier filetiert Gornys Einlassungen nach Strich und Faden, Republica-Gründer Markus Beckedahl analysiert: „Die Netzpolitik der Bundesregierung wird jetzt von der Musikindustrie gemacht.“ Kein leichter Start für den neuen Hoffnungsträger der Politik.