Ottonova Gruender

Die Ottonova-Gründer Roman Rittweger mit CTO Frank Birzle (Mitte) und CDO Sebastian Scheerer (rechts)

Eine rein digitale, private Krankenversicherung für junge Gutverdiener: Dieses ehrgeizige Ziel verfolgt das Münchner Startup Ottonova. Damit das funktioniert, braucht es eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Ohne sie darf Ottonova keine Verträge mit Kunden abschließen. Für die Zulassung muss das Unternehmen allerdings über hohe Rücklagen verfügen.

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Knapp zwei Jahre nach der Unternehmensgründung kann Ottonova diese Rücklagen nun offenbar vorweisen: Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, investiert der Koblenzer Versicherer Debeka zehn Millionen Euro in das Startup. Dafür habe Debeka „etwas mehr als zehn Prozent“ der Aktien an Ottonova erhalten. Insgesamt verfügt das Unternehmen nach Angaben der Zeitung damit über ein Kapital in Höhe von 40 Millionen Euro. Die Bafin-Zulassung soll damit laut dem Bericht der Zeitung in den nächsten Tagen eintreffen, der Geschäftsbetrieb noch diese Woche, am 21. Juni, aufgenommen werden.

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Das Vorbild? Ein Milliarden-Startup aus den USA

In einer ersten Finanzierungsrunde in Höhe von fünf Millionen Euro im vergangenen Jahr hatte sich unter anderem Holtzbrinck Ventures an Ottonova beteiligt, weitere 15 Millionen erhielt das Startup im März dieses Jahres von mehreren Geldgebern, darunter Vorwerk Ventures und Tengelmann Ventures. In der neuen Finanzierungsrunde dürfte Ottonova mit rund 100 Millionen Euro bewertet worden sein. 

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Vorbild von Ottonova ist das mit mehreren Milliarden US-Dollar bewertete Insurtech-Startup Oscar aus New York, das eine digitale Krankenkasse für die Generation Y anbietet. Auch Ottonova will mit seinem Angebot vor allem digital-affine Gutverdiener ansprechen, zum Beispiel Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Berater. Über eine App sollen Kunden mit wenigen Klicks Verträge abschließen können.

Konkurrenten sollen keine Details abgucken können

Mit weiteren Details hat sich Ottonova-Mitgründer Roman Rittweger bislang bedeckt gehalten, aus Angst, die Konkurrenz könne sich Ideen abschauen. Die Konkurrenz, das sind insbesondere die traditionellen, privaten Krankenversicherungen. Gegenüber ihnen sieht sich Ottonova aber im Vorteil: „Keine dieser Versicherungen verkauft sich bisher online“, so Rittweger.

Für die Debeka, der – nach Zahl der Vollversicherten – größten privaten Krankenversicherung Deutschlands, ist die neue Beteiligung also auch eine Absicherung, um sich langfristig nicht von den digitalen Wettbewerbern abhängen zu lassen.

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Bild: Hannah Scherkamp/Gründerszene