michael brecht doodle berlin

Doodle-CEO Michael Brecht

Doodle eröffnet 2015 Berliner Büro

20 Millionen Menschen nutzen den Terminplanungsdienst Doodle pro Monat – zu den wichtigsten Märkten für das Schweizer Startup gehört der deutsche. Um seine Position hierzulande zu festigen und um von den „internationalen Standortvorteilen“ Berlins zu profitieren, wird das 2007 gegründete Unternehmen Anfang 2015 ein eigenes Büro in der deutschen Hauptstadt eröffnen. Das kündigte CEO Michael Brecht im Gespräch mit Gründerszene an.

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Brecht, der zuvor das später an Gruner + Jahr verkaufte Familienportal Urbia sowie den Shoppingclub 52Weine gegründet hatte, leitet seit Februar die Geschäfte des in Zürich beheimateten Startups. Die beiden Doodle-Gründer Michael Näf und Paul E. Sevinç hatten sich nach sieben Jahren aus der Unternehmensleitung zurückgezogen.

Mit dem neuen CEO will Doodle eine „globale Wachstumsoffensive“ starten. Brecht hat im Bezug auf das Nutzerwachstum ambitionierte Pläne: „200 Millionen Menschen sollen den Dienst nutzen.“ Dazu will er zum Beispiel in Deutschland die geschäftliche Nutzung von Doodle stärker betonen, denn hierzulande wird der Dienst bisher fast ausschließlich privat genutzt: um Termine für den Elternabend im Kindergarten oder ein Abendessen mit Freunden zu koordinieren. In den USA hingegen würden viele Unternehmen Doodle nutzen – etwa, um Vertriebsmeetings zu organisieren.

Mit dem 2013 gestarteten Terminreservierungsdienst BookMe hatte Doodle versucht, im Geschäftskundenbereich noch besser Fuß zu fassen. Doch nach nicht einmal zwei Jahren, im August 2014, machte Doodle den Dienst wieder dicht – um sich auf das Kernprodukt zu konzentrieren, so hieß es. Der neue CEO sah offenbar keine Perspektive, dass sich BookMe in einem stark umkämpften Markt gegen Konkurrenten wie Termine24, Docplanner oder Salonmeister würde durchsetzen können.

Langfristig, so CEO Michael Brecht, sei man „sehr fokussiert auf den Scheduling-Bereich“, in andere Felder des Produktivitätsmarkts werde man nicht mit neuen Produkten vorstoßen wollen: „Wir haben schon genug zu tun.“ Brechts großer Plan: Eines Tages das Verb „Doodlen“ zum Synonym für „Termine finden“ machen zu können.

Das neue Berliner Büro werde mit Mitarbeitern aus fast allen Unternehmensbereichen besetzt, kündigte Brecht an. Insgesamt zehn Leute sollen einmal von Berlin aus arbeiten. Bisher hat Doodle überhaupt nur zwölf Festangestellte. Seit 2011 ist die Schweizer Mediengruppe Tamedia an Doodle beteiligt, im Laufe dieses Jahres wird Tamedia die Mehrheit der Unternehmensanteile übernehmen. Das Startup arbeitet nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren profitabel. Geld verdient Doodle über eine Premiumversion mit erweiterten Funktionen. Laut CEO Brecht nutzen „mehr als zehn Prozent“ der Nutzer das Premiumprodukt.

Bild: Doodle