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Weniger Geld für VCs, mehr für Startups

Die Anzeichen sind nicht eindeutig positiv, aber sie sind zumindest vielversprechend: Laut einer Analyse von Dow Jones VentureSource sammelten europäische VCs im ersten Quartal 2014 zwar weniger Geld ein als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stiegen die Investitionen in VC-finanzierte Startups in Europa auf ein Rekordhoch für ein Jahresanfangsquartal. Die ersten drei Monate sind traditionell von eher schwächerer Investmentaktivität geprägt, das meiste Geld fließt erfahrungsgemäß in den Monaten Oktober bis Dezember.

Das erklärt auch den 15-prozentigen Rückgang der Investmentsumme von 1,65 Milliarden Euro im vierten Quartal 2013 auf 1,43 Milliarden Euro im ersten Quartal 2014. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Summe hingegen um 23 Prozent – obwohl die Anzahl der Deals ganz leicht um zwei Prozent abnahm. 336 Finanzierungen für Startups zählt Dow Jones im ersten Quartal 2014, im Vorjahreszeitraum waren es 344.

Noch stärker nahm die Summe des von europäischen VCs eingesammelten Kapitals ab – im Vergleich zum (besonders starken) vierten Quartal 2013 um beinahe zwei Drittel. Unter den Top 5 der größten aufgelegten Fonds finden sich zwei deutsche VCs: Earlybird mit seinem Digital East Fund und Acton Capital Partners mit dem Heureka Growth Fund II, in die jeweils 110 Millionen Euro gepumpt wurden.

Rekord möglich – aber die Schere zu den USA öffnet sich

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Der Analysedienst Informilo hat mithilfe der Dow-Jones-Zahlen eine Prognose gewagt: Nach diesen Berechnungen dürften 2014 erstmals mehr als fünf Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro) an Risikokapital in europäische Tech-Startups fließen. Schon 2013 wurde mit 4,5 Milliarden Dollar ein Rekordwert erzielt.

Im Vergleich mit der Situation in den USA muten diese Zahlen hingegen wieder fast bescheiden an: Allein im ersten Quartal 2014 wurden dort 6,4 Milliarden Dollar (etwa 4,6 Milliarden Euro) in Tech-Startups investiert – und nach der Prognose von Informilo könnte der Wert bis Jahresende auf ganze 28 Milliarden Dollar steigen – also fast das Sechsfache des in Europa investierten Kapitals.

Bild: PantherMedia, Anton Korduan