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Lena Meyer-Landrut ist das Gesicht der Bettzeit-Tochter Emma Matratzen

Praktiker, Hertie, Quelle. Gewiefte Internet-Unternehmer haben es zuletzt verstanden, alte Handelsmarken wiederzubeleben – und von ihrer Bekanntheit zu profitieren. Jüngstes Beispiel: Dunlopillo. Die aus Alzenau in der Nähe von Aschaffenburg stammende Traditionsmarke wird nun vom Frankfurter Matratzen-Startup Bettzeit übernommen.

Das junge Unternehmen betreibt mit dem 2013 gegründeten Dormando den nach eigenen Angeben größten Online-Fachhändler für Matratzen in Deutschland. Auch das seit Ende 2015 aktive Emma Matratzen gehört zur Gruppe, bis zu 1.500 Matratzen verkaufe die Tochter pro Woche. Derzeit wird der Markt vom US-Startup Casper aufgerollt, der auch hierzulande mit umfangreichem Marketing versucht, Marktanteile zu gewinnen.

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Während es Casper geschafft hat, mit viel Geld eine eigene Marke aufzubauen, setzt der deutsche Widersacher auf Altbekanntes: Das Anfang der Fünfzigerjahre gegründete Dunlopillo gehört bis heute zu den bekanntesten deutschen Marken im Schlafbereich. Und es ist ein echtes Traditionsunternehmen: Bereits 1932 entwickelten Techniker des Reifenproduzenten Dunlop auf dessen damaligen Werksgelände in Hanau die erste Latex Matratze der Welt. Das Material sollte später die Grundlage für das Dunlopillo-Angebot werden.

Eine richtig große Übernahme ist es dann aber nicht, zumindest nicht finanziell. Auch wenn auf Nachfrage keine Angaben zum Kaufpreis für die Markenrechte gemacht werden: Dunlopillo war bereits stark angeschlagen, hatte in den vergangenen Jahren unterschiedliche Gesellschafter. Im August beantragte der Hersteller Insolvenz unter Selbstverwaltung, die Unternehmensführung war hoffnungsvoll, bald einen finanzstarken Investor zu finden. Im Oktober musste bereits ein großer Teil der dann noch 120 Mitarbeiter gehen.

Bevor das Image allzu angeschlagen ist, will der neue Eigentümer ab Februar „wieder ein hohes Maß an Verlässlichkeit bei der Liefergeschwindigkeit sowie bei der Produktqualität“ herstellen. Bettzeit-Mitgründer Manuel Müller, der zunächst die Dunlopillo-Geschäftsführung übernimmt: „Dabei möchten wir die Tradition der Marke wahren.“ Produziert werden soll weiterhin in Deutschland.

Bild: obs/Emma Matratzen GmbH/Hannes Keller