eBall

Uli Sambeth (links), sein Sohn und die fünf Löwen.

Anfang des Jahres glänzen die Augen von Uli Sambeth das erste Mal in der Öffentlichkeit. Der Bastler führt seinen eBall vor, ein Video dokumentiert den Auftritt auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Stolz schwebt er mit seinem Gefährt durch die Messehalle. Noch ist es ein Prototyp, noch kennt den Gründer aus Essen so gut wie niemand. Auf Facebook zählt eBall gerade einmal 61 Likes.

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Seit heute Abend ist alles anders. Mehrere Millionen Fernsehzuschauer haben auf Vox gesehen, wie Sambeth mit seinem eBall durch das Studio von „Die Höhle der Löwen“ gerollt ist. Sie haben einen etwas verrückten, aber sympathischen Bastler gesehen, der für sein Produkt brennt. Und sie waren Zeuge einer Premiere: Zum ersten Mal in der Geschichte der Sendung haben alle fünf Löwen zusammen in ein Startup investiert. „Ich hatte mit vier gerechnet“, sagt Sambeth selbstbewusst in der Show und lacht. Eine halbe Million Euro haben die Investoren in der Show versprochen, für die Hälfte der Anteile. Gründer Sambeth hat eingeschlagen.

Das gemeinsame Produkt kommt 2017 auf den Markt

Die Verhandlungen mit den fünf Investoren gestalteten sich erstmal als etwas schwierig. Nach der Aufzeichnung im Frühjahr zogen sich die Gespräche monatelang hin, erzählt Sambeth im Gespräch mit Gründerszene. „Allein einen Termin mit allen Löwen zu bekommen, war schwierig.“ Eine zentrale Frage in den Verhandlungen war außerdem: Wie werden die Anteile genau verteilt? Bei dem vereinbarten Deal hätte es zu einer Pattsituation zwischen Investoren und Gründer kommen können. Doch sie einigten sich – und passten den Deal an: Der Gründer erhält demnach 51 Prozent, die Löwen jeweils 9,8 Prozent. Erst wenige Tage vor der Ausstrahlung fand nun der Notartermin für die eBall GmbH statt. Nun zeigt sich der Gründer zufrieden: Der Deal sei fair und die potentiellen Produktionszahlen, die von Löwen genannt wurden, seien „schwindelerregend“, sagt Sambeth.

Ab heute ist der eBall für knapp 1.000 Euro vorzubestellen, im Juni 2017 soll er dann auf den Markt kommen. Die Aufgaben unter den Löwen sind bereits verteilt: Frank Thelen wird kurzfristig eine Kickstarter-Kampagne aufsetzen. Judith Williams kümmert sich darum, das Produkt über sogenannte Influencer zu vermarkten. Carsten Maschmeyer ist der Vertrieb zugeordnet. Zusätzlich soll er die Internationalisierung anschieben. Jochen Schweizer übernimmt die Event-Vermarktung. Und Ralf Dümmel ist für die Produktion und den Handel verantwortlich. Die Partner in „Fernost“ seien schon gefunden, sagt Sambeth. Eine erste Skizze für das fertige Produkt gibt es bereits (siehe Foto).

Kein einfacher Start für den Tüftler

Der Gründer aus Essen ist mit dem Auftritt am Ende einer langer Reise angelangt. Insgesamt 250.000 Euro hat er bereits in das Projekt gesteckt, unzählige Prototypen gebaut. Querfinanziert durch seine andere Firma Proquest, die Flugbuchungen für Reisefirmen abwickelt. Viele Antriebsarten hätten sie für den eBall ausprobiert, erzählt Sambeth. Die Schwierigkeit: Die drei Antriebsmotoren in dem Gerät zu verbauen. „Irgendwann war klar, der erste Prototyp war der beste“, erzählt Sambeth über die Schwierigkeiten bei der Entwicklung. Dafür hätten sie mehrere Jahren getüffelt. Eine Handvoll Mitarbeiter würden an dem eBall arbeiten, sagt Sambeth.

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Nur selten hing das Schicksal eines Startups so sehr an der „Höhle der Löwen“. Denn bislang ist kein einziger eBall verkauft worden – jetzt sind die fünf Löwen für den Erfolg des Unternehmens mit verantwortlich. Das Unternehmen wird zum Testfall für das Können und die Teamfähigkeit der fünf Investoren.

Bislang haben nur wenige Kombi-Investments der Löwen funktioniert. Beim Mode-Startup Von Floerke zog sich erst Vural Öger zurück, später verkaufte Judith Williams auf Wunsch von Gründer David Schirrmacher ihre Anteile. Auch bei Popcornloop verabschiedete sich Vural Öger, Williams ist alleine aktiv. Das Suppen-Startup Little Lunch ist eines der wenigen Gegenbeispiele: Thelen und Williams sind beide weiterhin aktiv.

Bei eBall liegt die Messlatte mit fünf Investoren dabei noch viel höher. Oder wie Carsten Maschmeyer es gewöhnt unbescheiden formuliert: „Wir werden dieses Unternehmen großmachen.“ Na dann.

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Bild: VOX, eBall