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Wie ein Blick in die Gesellschafterliste von eDarling (www.edarling.de) verrät, hat sich beim Liebesportal der drei Jamba-Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer einiges getan: Insgesamt 30 Prozent der Anteile wurden an die eHarmony Incorporation (www.eharmony.com), ein US-amerikanisches Pendant zu eDarling abgegeben.

eDarling mit neuem Gesellschafter

Zu einem so frühen Zeitpunkt einen internationalen Strategen mit an Bord zu holen, ist ein ungewöhnlicher Schritt, den Konkurrenten als Zeichen von Schwäche werten könnten. Ursache hierfür könnte die hohe Kostenbasis sein, die ein hohes Risiko mit sich bringt oder aber eDarling begeht einen gestuften Exit an eHarmony mittels einer Call-Put-Konstruktion. Ebenfalls ablesen lässt sich die intensive Burnrate anhand der permanenten Finanzierungen: Zunächst investierte der Samwer’sche VC-Kumpel Holtzbrinck Ventures, bevor der VC Fonds Technologie der IBB und anschließend die Mediengruppe presse-druck (Gründerszene berichtete über das Investment) folgten.

Drei Finanzierungsrunden im Abstand von kaum einem Jahr, der nun eine vierte  folgt, bei der eHarmony ein sehr großes Stück vom Kuchen erhalten hat, was die Anteile aller bisher Beteiligten deutlich verwässerte. Es ist gut denkbar, dass eHarmony so auf eine Übernahme von eDarling hinarbeitet, um sich in den europäischen Markt einzukaufen. Das aggressive Wachstum von eDarling könnte ein solches Vorgehen plausibel machen oder aber eDarling setzt auf externes strategisches Knowhow.

eDarling agiert in einem kompetitiven Markt

Schaut man einmal auf die Namen, die in diesem Segment fallen, wird schnell deutlich, dass der Markt um zu vermittelnde Singles sehr kompetitiv ist: Parship (www.parship.de) ist mit gut neun Millionen Mitgliedern das erfolgreichste unter den Liebesportalen. Das im Besitz von Holtzbrinck Networks, Holtzbrinck Ventures, der Trojanika GmbH und dem Zeitverlag befindliche Portal sticht durch seinen wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitstest hervor und verdient über Premium-Mitgliedschaften. Daneben hat es Be2.de (www.be2.de) zu großem Erfolg, zirka zwei Millionen Mitgliedern und zuletzt guten Bewertungen gebracht. Last but not least stellt ElitePartner (www.elitepartner.de) das entsprechende Pendant zu Parship aus dem Hause Burda (über die Tomorrow Focus AG) dar.

alexa-daten-edarlingSoviel zur Konkurrenzsituation. Will man hier mithalten, sind zunächst einmal hohe Marketing-Ausgaben notwendig, um das eigene Produkt im Gedächtnis der Single-Bürger gegen so bekannte Konkurrenten zu etablieren. Über ihre Parship-Beteiligung mit der Trojanika GmbH (diese gehört Alexander Samwer allein) konnten die Samwer-Brüder schon einen guten Eindruck vom Partnervermittlungsbusiness gewinnen und auch eDarling-Geschäftsführer Christian Vollmann bringt als Gründer von iLove (www.ilove.de) ein ideales Skill-Set mit.

Exit oder Finanzierung des teuren Marketings?

Der Bekanntheits-Aufbau der Seite ließ sich mit  Werbespots mit Schauspieler Benno Fürmann bisher gut an und mit Andre Alpar und Marcus Tober sind auch zum Thema Online-Marketing kompetente Leute an Bord. Die Online-Marketing-Aktivitäten des Portals machen sich auch in guten Alexa-Daten bemerkbar, wo eDarling deutlich vor der Konkurrenz rangiert.

Doch gezielte Optimierung der eigenen Webpräsenz und TV-Spots haben ebenso ihren Preis wie Personal, welches eDarling nach wie vor in hoher Zahl in den gängigen Jobbörsen sucht. Vor dem Hintergrund solch hoher Ausgaben, die sich zwar in Reichweite rechnen, aber durch Monetarisierung erst einmal wieder reingeholt werden müssen, erscheint die Wachstumsstrategie der Berliner zu aufgebläht.

Großer Marketingaufwand bedeutet hohe Kosten, die Investments notwendig machen, was die Anteile von Inkubator Rocket Internet (www.rocket-internet.de) mittlerweile schon von 48 auf 33 Prozent verwässert hat. Sollte es aber gelungen sein, eHarmony als Exit-Kanal zu gewinnen, könnte es sich um ein attraktives Setting für die Samwer-Brüder handeln, die so ihrer Strategie treu bleiben würden, Unternehmen schnell zu kopieren, stark auszuweiten und dann teuer zu verkaufen.

Dich interessieren die Exits der Samwer-Brüder? Bisher setzten die Samwers über 990 Millionen US-Dollar mit Internetverkäufen um: hier geht es zur Übersicht aller Samwer-Exits.

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