Edition F

Nora Wohlert und Susann Hoffmann von Edition F

Edition F will ein digitales Zuhause für Frauen

Mit ihrem Portal Edition F wollen die Gründerinnen Susann Hoffmann, ehemalige PR- und Strategie-Beraterin von Scholz & Friends, und Nora-Vanessa Wohlert, frühere Redaktionsleiterin von Gründerszene, Frauen alles bieten, um sich beruflich zu verwirklichen.

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Nun hat das Berliner Startup eine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen: WestTech Ventures, Vogel Ventures, TV Plus, Factory-Gründer Simon Schäfer, Jan Honsel, ehemaliger Verlagsleiter Gruner und Jahr Wirtschaftsmedien, und weitere Angels investieren einen nach Unternehmensangaben sechsstelligen Betrag in Edition F.

Zum heutigen – geschlossenen – Beta-Launch geht das Frauen-Portal mit einem Online-Magazin und einer Community live. Im Sommer soll die Plattform dann um eine Jobbörse und einen Marktplatz erweitert werden.

Im Gespräch mit Gründerszene erklären die beiden Edition-F-Macherinnen, was sie mit dem Portal erreichen wollen, wie es sich von Wettbewerbern absetzen soll und wieso für sie das Thema Frauen und Business so reizvoll ist.

Nora, Susann, was wollt Ihr mit Edition F erreichen?

Nora: Wir wollen Frauen, die sich beruflich verwirklichen wollen, eine Plattform bieten. Was wir damit meinen: Edition F wird nicht nur ein Online-Magazin sein oder ein Netzwerk, sondern eine integrierte Plattform. Wir bieten alles, von Debatten zu relevanten Themen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bis hin zu Job-Optionen und Produkten, die das Business-Leben schöner machen.

Das soll Euch wohl auch von Konkurrenten wie Saal 2 oder BizzMiss absetzen.

Susann: Dass wir uns als integrierte Plattform verstehen und nicht ausschließlich als Medium, unterscheidet uns sicherlich am stärksten von ihnen. Aber wir sehen beide nicht als Wettbewerber. Ganz im Gegenteil: Kooperationen sind an vielen Stellen vorstellbar und der Kontakt auch schon hergestellt.

Nora: Hinzu kommt, dass wir einen etwas anderen Ansatz haben. Wir wollen unsere Nutzer sehr individuell ansprechen und sind auch nicht ausschließlich auf Gender-Themen fokussiert. Mittelfristig bekommt jeder Nutzer die für ihn relevantesten Inhalte ausgespielt.

Und die werden wie ermittelt?

Nora: Dazu entwickeln wir einen Algorithmus, der unter anderem aus den Nutzerprofilen ermittelt, welcher Content – egal, ob es um Artikel, Jobs, Kontakte oder Produkte geht – für welchen Nutzer interessant sein könnte.

Und den entwickelt Ihr selbst?

Susann: Wir wollen einen Teil des in der Finanzierungsrunde eingeholten Kapitals dafür verwenden, den Algorithmus so weiterzuentwickeln, dass er noch besser zugeschnitten ist auf die Nutzer. Wir glauben, dass die Nutzer im Mittelpunkt stehen müssen – und wir nur erfolgreich werden, wenn wir auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen.

Die wie genau aussehen? Sicherlich habt Ihr doch eine Vorstellung eines „typischen“ Nutzers.

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Susann: Wer Edition F nutzt, wird sich ja erst noch zeigen. Aber vermutlich haben die Nutzer eines gemeinsam: ein Interesse an beruflicher Verwirklichung. Wo sie stehen, kann aber sehr unterschiedlich aussehen: Ob frisch im ersten Job und noch auf der Suche nach Orientierung, die erste Führungsrolle im Blick, bei der man sich beweisen will, mitten im Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder als Führungsperson. Tendenziell gehen wir auch davon aus, das sich eher Frauen von Edition F angesprochen fühlen. Wir schließen Männer jedoch bewusst nicht aus, das wollten weder unsere weiblichen Nutzer, noch die Männer.

Und wer liefert die Inhalte für diese Zielgruppe – wer sind Eure Autoren?

Nora: Wir haben ein kleines Redaktionsteam und viele externe Autoren. Das sind freie Journalisten und auch Experten, die in ihren Beiträgen ihr Wissen aus der Praxis zu verschiedenen Themen weitergeben. Außerdem kooperieren wir mit anderen Medien, wenn sich sinnvolle Synergien ergeben. Zu unseren ersten Partnern gehört zum Beispiel das Manager Magazin und Capital.

Wie habt ihr beiden Euch eigentlich gefunden? Und wie kam die Idee für Edition F?

Nora: Susann und ich kennen uns privat schon sehr lange. Anfang 2013 haben wir dann bei Vertical Media und Gründerszene das erste Mal zusammengearbeitet – Susann in der Kommunikation und ich als Redaktionsleiterin. Und wir haben gesehen: Das klappt sehr gut.

Susann: Die Idee, etwas Eigenes zu machen, hatten wir beide schon lange – und privat haben wir oft darüber gesprochen, dass Frauen medial sehr stereotyp angesprochen werden und die Business-Medien meist männliche Leser fokussieren. Da haben wir uns nicht gesehen. Edition F ist also aus einem persönlichen Bedürfnis entstanden und hat sich von da aus weiter entwickelt.

Ihr habt einen sechsstelligen Betrag eingesammelt, was habt ihr damit noch vor? Reicht das für die ersten Ausbauschritte?

Nora: Wir haben jetzt eine Business Angel-Runde gemacht, um den Launch zu begleiten und die Entwicklung des für Sommer geplanten Marktplatzes und der Jobbörse umzusetzen. Jetzt geht es erst einmal darum, die Nutzer kennenzulernen und Edition F zu optimieren. Aber wie du weißt, nach der Runde ist vor der Runde und das Thema Finanzierung begleitet Startups eigentlich immer.

Nora, Susann, vielen Dank für das Gespräch!


Bildergalerie: Gründerinnen in Deutschland
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Anna Alex und Julia Bösch gründeten gemeinsam Outfittery. Das Berliner Startup verschickt individuelle Outfits an Männer. Im Februar 2014 sammelte Outfittery stolze 13 Millionen von mehreren Investoren ein, im Februar 2015 legten verschiedene Investoren noch mal 20 Millionen US-Dollar drauf.

Bild: Carolin Weinkopf / Edition F