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Es ist Teslas kleine Weihnachtsgeschichte: Ein verärgerter Kunde schickt am 11. Dezember einen Tweet in die weite Welt und klagt sein Leid über andere böse Tesla-Fahrer, die Ladestation mit ihren Wagen blockieren. Anstatt nur zu laden, würden diese „Idioten“ stundenlang vor dem Superchargern parken, schreibt französische Unternehmer Loïc Le Meur.

20 Minuten später antwortet der Chef mit rund 6,5 Millionen Followern persönlich und verspricht, einzugreifen: „Du hast Recht“, twittert Musk. „Die Supercharger-Stationen sind zum Laden da, nicht zum Parken.“

Sechs Tage später verkündet Tesla offiziell, dass künftig Gebühren für Langzeitparker anfallen werden, die Ladestationen blockieren. Und die haben es in sich: 35 Euro-Cent pro Minute nach Abschluss des Ladevorgangs. Wer also eine Stunde später zu seinem Tesla zurückkehrt, darf 19,25 Euro blechen.

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Denn, ist das Auto einmal fertig geladen, erhält der Besitzer eine App-Benachrichtigung und fünf Minuten Zeit, bevor die Parkuhr zu ticken beginnt. Wer also gerade gemütlich in der Raststätte seinen Kaffee trinkt, muss alles stehen und liegen lassen, oder ist bereit, ein paar Minuten drauf zu zahlen.

Musk scheint jedoch schnell eingesehen zu haben, dass auf die eine Beschwerde von Le Meur viele weitere folgen könnten. Deshalb milderte er kurz nach der offiziellen Bekanntgabe die Gebühren-Auflage etwas. In einem Tweet heißt es, dass Tesla-Fahrer nur dann zur Kasse gebeten werden, wenn alle Ladepunkte besetzt sind. Sollten jedoch die anderen Stationen frei sein, könne weiter kostenlos am Supercharger geparkt werden.

Die Reaktionsgeschwindigkeit des Tesla-Chefs ist beachtlich. Diese Art von Kundenservice könnten sich andere Autohersteller zum Vorbild nehmen. Auf der anderen Seite ist Loïc Le Meur aber auch kein Unbekannter. Der französische Unternehmer, der derzeit in San Francisco lebt, betreibt einen der reichweitenstärksten Blogs in Frankreich und war Berater des französischen Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy.

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Ob Musk weiterhin seine Kundenwünsche im Blick behält und auch auf einen vielleicht reichweitenschwächeren Tweet reagieren wird, muss er erst noch unter Beweis stellen.

Bild: Getty Images / Scott Olson