eMio_Team

Hauke Feldvoss (links), Valerian Seither und Alexander Meiritz haben eMio gegründet

Zusammen mit ein paar Freunden verbrachten Valerian Seither und Hauke Feldvoss im April 2014 einen sonnigen Tag auf dem Tempelhofer Feld. Als sie im Anschluss weiterziehen wollten, erzählt Seither, sei der nächste Bus erst viel später gekommen. Und am Carsharing habe sie der Gedanke gestört, bei diesem schönen Wetter in einer Blechkarosserie eingepfercht zu sein. „Wir waren uns einig, dass wir die Strecke viel lieber mit einem Roller zurücklegen würden“, erinnert er sich. Die Idee zu eMio war geboren.

Das passende Startup gründeten Valerian Seither und Hauke Feldvoss schließlich im Januar, zusammen mit Alexander Meiritz. Seit Ende März stellen die Gründer in Berlin Miet-Elektroroller zur Verfügung, die mit Wechselakkus betrieben werden und damit nicht an Ladestationen gebunden sind. In den Regelbetrieb startete eMio dann im Juni. 150 der roten Scooter stehen nach Angaben von eMio derzeit im Berliner Stadtgebiet. Sie sollen auf eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern kommen. Abstellen können Nutzer die Fahrzeuge innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings.

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Abgerechnet wird entweder in Kilometern oder Fahrminuten, eine Anmeldegebühr fällt zwar an, eine monatliche Grundgebühr allerdings nicht. Der Autoführerschein wird dafür per Videotelefonie verifiziert.

Ganz neu ist das Berliner Modell nicht: Die Hamburger teilen ihre Roller schon seit letztem Jahr, die Münchner tun es ihnen gleich. Die reine Bereitstellung von Elektrorollern gibt es in Deutschland in dieser Form bislang nicht. Ähnlich wie eMio geht in den USA jedoch Scoot Networks aus San Francisco vor, dort sind ebenfalls nur Elektroroller im Programm.

Die Zweiräder stellt eMio selbst, das nötige Kapital gibt es dafür von der IBB Beteiligungsgesellschaft, einem Hamburger Family Office und einem Berliner Business Angel. Die Nutzerzahlen bewegen sich dem Startup zufolge im vierstelligen Bereich. Ende 2016 will das Team den operativen Break-Even erreichen.

Bild: eMio