zusammenschluss

Wenn der eine vor allem Wäsche, Dessous und Bademode anbietet und der andere vor allem Damenmode angesagter Marken im mittleren Preissegment verkauft, was ist dann sinnvoll? Genau: Sich absprechen. Kooperieren. Oder noch krasser: Aus zwei Teilen eins machen. Genau eine solche Zusammenlegung ist nun bei den beiden Online-Shops 7Trends (www.7trends.de) und Enamora (www.enamora.de) zu beobachten – zumindest operativ.

Der Onlineshop 7trends wurde vor zwei Jahren von Jochen Heemann und Sebastian Sieglerschmidt gegründet und kleidet seit Januar 2009 deutsche Damen mit der entsprechenden Wunschwäsche im mittleren Preissegment ein. Enamora beging seinen Launch offiziell im August 2008 und wurde von Tu-Lam Pham und Zouhair Belkoura gegründet. Hinter beiden Ecommerceshops stecken als Hauptinvestoren Rocket Internet (www.rocket-internet.de), der Inkubator der Jamba-Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer, sowie Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com).

Exciting Commerce hatte gestern als erstes über die Zusammenlegung der beiden Teams berichtet, wobei das Team des Unterwäsche-Shops Enamora bereits unter das Dach von 7Trends gezogen sein soll. Und obwohl wahrscheinlich unter der  7trends enamora GmbH beide Shops weiter betrieben werden und es aus dem Team heißt, dass es operativ absolut sinnvoll sei, beide Seiten zusammenzulegen, setzt die Fusion der beiden Shops nicht gerade ein Ausrufezeichen.

“Aus operativer Sicht ist ein solcher Schritt mehr als sinnvoll: Beide Unternehmen nutzen für ihren Internet-Shop weitgehend die gleiche Technologie und ähneln sich auch in den Geschäftsabläufen”, sagte 7trends-Gründer Sebastian Sieglerschmidt zu dem Thema. Zyniker würden sagen, dass dies kein Wunder ist, wenn man eine Ecommerce-Offensive startet, bei der jede Seite technisch nach Schema F aufgebaut wird. Schließlich hatte das Samwer-Imperium ja besonders im letzten Jahr zahlreiche Ecommerce-Gründungen an den Start gebracht, die stets gleich gestrickt waren und auch Stilblüten wie meine-hängematte.de oder Kirschkernkissen.de hervorbrachten.

Dabei sind Fusionen gar nicht mal so ungewöhnlich für die deutsche Webszene. Auch die Mobile-Firmen Woabi (www.woabi.de) und Barcoo (www.barcoo.de) hatten Ende 2009 einen Zusammenschluss begangen, um ihre Kräfte zu bündeln. Je nach Fall deutet dies entweder auf einen schweren Markt hin oder aber auf zu schlecht performende Unternehmen. Die Message „Gemeinsam sind wir stärker“ lässt sich schnell auch als „einzeln sind wir zu schwach“ lesen.

Oder aber es ist wirklich einfach sinnvoll. Immerhin läge es für Rocket ja nahe, nicht für jeden Shop ein eigenes StartUp zu gründen, sondern stattdessen mehrere Shops von einem Team betreuen zu lassen. Ob dies aber bei zwei Seiten der Fall ist, die von Investoren getragen werden, die Dreambookers nach zwei Monaten abgeschaltet haben und gerade auch Beautydeal beerdigt haben, darf zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden. Nachtigall, ick hör Dir trapsen.

Aus gesamtdeutscher Sicht bleibt zu hoffen, dass die Arbeitslosenstatistik durch diesen Zusammenschluss nicht unnötig ansteigt. Das fusionierte Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 31 Mitarbeiter und visiert gemeinsam einen Umsatz im achtstelligen Bereich an. Nachdem die beiden Shops schon in der Vergangenheit eng zusammengearbeitet haben sollen und einen gemeinsamen Umsatz im siebenstelligen Bereich angeben, ist diese Zielsetzung optimistisch, aber realisierbar.

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