Servicepartner One

Der Geschäftsführer von Service Partner One, Sven Hock

Umstrukturierung bei Service Partner One: Das Berliner Büromanagement-Startup entlässt Mitarbeiter und baut die Geschäftsführung um, wie Gründerszene exklusiv erfahren hat. Bisher arbeiteten knapp 100 Leute für das Startup, in den vergangenen zwei Monaten sind 14 davon freigesetzt worden. Zusätzlich wurden 15 Reinigungs- und Handwerksmitarbeiter in ein Partnerunternehmen verschoben, die zuvor bei Service Partner One beschäftigt waren. CEO Sven Hock erklärt auf Nachfrage von Gründerszene, es sei zunächst notwendig gewesen, solche Aufgaben selbst zu übernehmen und Expertise darin aufzubauen. Dieser Prozess sei nun abgeschlossen. „Schließlich sind wir ein Plattform-Betreiber, kein Reinigungs- und Handwerksbetrieb“, so Hock.

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Das Unternehmen habe eine Anpassung im Vertrieb vorgenommen, um effizienter sein zu können. „Wir sind ein digitales Startup und setzen voll auf unsere Plattform, deswegen ist durch die stufenweise Umstellung von manuellen auf automatisierte Prozesse weniger Personal notwendig“, sagt Hock. Den B2B-Partnervertrieb habe man stark ausgebaut, dafür den Außendienst minimiert.

Hinweise, dass das Unternehmen in einigen Städten keine Neukunden mehr annehme, sondern sich nur noch um Bestandskunden kümmere, weist Hock zurück. Auf die Frage, ob Service Partner One Büros abgebaut habe, heißt es, man mache das Hamburger Geschäft nun von Berlin aus; in London habe man nach wie vor einen „Desk“, aber dort auch Mitarbeiter entlassen. „Wir sind nach wie vor in Deutschland, Amsterdam und London unterwegs“, sagt Hock.

Neues auf Führungsebene

Auch die Führungsebene sortiert das Berliner Startup neu. Ursprünglich wurde Service Partner One im Mai 2015 von Sven Hock, Jonas Blauth, dem Rheingau-Founders-Gründer Tobias Johann und Nadine Capoen gegründet. Capoen wird das Unternehmen nun verlassen. „Nadine hat das Unternehmen maßgeblich mit aufgebaut, wir gehen im Guten auseinander“, betont Hock. Ihr Nachfolger ist COO Philipp Andernach, der zuvor COO bei Move24 und Senior Project Leader bei Home24 war. Er ist seit November bei Service Partner One.

Mitgründer Blauth hatte das Unternehmen bereits im Herbst verlassen, um laut Hock seine Masterarbeit fertigzustellen. „Das war von Anfang so geplant“, sagt der CEO.

Service Partner One bietet Unternehmenskunden über seine Plattform das Management ihrer Büros an. Verschiedene Produkte können bei externen Anbietern bestellt werden, ebenso Dienstleistungen wie Putzarbeiten oder die Lieferung von Wasser, Obst und Material. Unter anderem organisiert das Startup auch Umzüge und bietet Handwerks-Dienstleistungen an.

Nach eigenen Angaben hat Service Partner One mehr als 1.000 Unternehmen als Kunden. „Wir wachsen im Monat 15 Prozent – sowohl Kunden- als auch Umsatzwachstum“, sagt Hock. Wann die Gewinnschwelle erreicht werden soll, kommentieren weder er noch COO Andernach. „Solche Zahlen kommunizieren wir nur intern oder mit unseren Investoren“, sagt Andernach.

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Bisher hat das Startup knapp elf Millionen Euro Wagniskapital erhalten. Neben Rheingau Founders investierten beispielsweise Earlybird, EQT Ventures und Ringier Digital Ventures in das junge Unternehmen.

Vor Kurzem verkündete Hock in einem Gespräch mit Gründerszene, dass er die Produktpalette des Startups in diesem Jahr erweitern will. „Wir hören genau zu, was unsere Kunden sonst noch in ihrem Büro benötigen“, sagte er und zählte Catering, Grünpflanzen und Mobility-Services als Beispiele auf. Angesprochen auf die wachsende Konkurrenz im Markt, die von klassischen Office-Management-Firmen bis hin zu Reinigungsstartups wie Helpling oder Book A Tiger reicht, sagte Hock: Im Bereich Office-Management gebe es einen 600 Milliarden-Euro-Markt in Europa – und der sei groß genug für alle.

Bild: Service Partner One