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Die Ohlala-Gründer Pia Poppenreiter und Torsten Stüber

Fast genau ein Jahr ist es her, da startete Ohlala, das neue Unternehmen der Gründer Pia Poppenreiter und Torsten Stüber, in den USA. Das Escort-Startup hatte gerade 1,7 Millionen US-Dollar von Investoren wie Moviepilot-Gründer Ben Kubota und Max Finger, einem langjährigem Weggefährten Oliver Samwers, bekommen. Damit wollte Ohlala sein Portal, über das Männer Dates mit Begleiterinnen buchen können, in New York groß machen. Ein Marketing-Aufschlag mit Berichten in der Daily Mail, bei Mic.com und zahlreichen weiteren großen Medien sollte helfen, bekannt zu werden.

Nun spricht viel dafür, dass Ohlala sein Angebot für New York wieder eingestampft hat. Die Stadt wird seit Wochen nicht mehr in der Angebotsliste des Dienstes aufgeführt. Zu aktiven Zeiten konnten Besucher außerdem auf der Homepage auswählen, ob sie in den USA oder in Deutschland leben. Auch diese Option gibt es nicht mehr. Auf eine Gründerszene-Nachfrage schrieb Gründerin Pia Poppenreiter lediglich, dass sie sich zu „Gerüchten“ nicht äußere.

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In New York beschäftigte das Startup keine eigenen Angestellten, die Expansion wurde von Berlin aus gesteuert. In besten Zeiten arbeiteten bis zu 20 feste und freie Mitarbeiter für Ohlala. Vergangenen Sommer erfuhr Gründerszene dann, dass Ohlala einen großen Teil der Belegschaft entlassen hatte, was Poppenreiter damals bestätigte. Wie groß das Team heute noch ist, verrät die Gründerin nicht. Bei LinkedIn lassen sich neben Poppenreiter und Mitgründer Stüber derzeit keine weiteren aktuellen Mitarbeiter des Unternehmens finden. Das Büro in der Berliner Factory soll Ohlala aufgegeben haben, heißt es.

Unklar ist auch, wie aktiv noch an dem Portal gearbeitet wird. Ein Gründerszene-Test zeigt, dass der Service in deutschen Städten durchaus noch verfügbar ist, sich allerdings der ein oder andere Bug in den Prozess eingeschlichen hat. Die Social-Media-Kanäle des Startups auf Twitter, Instagram und Facebook und der eigene Blog werden seit Monaten nicht mehr gepflegt. Poppenreiter verkündete indes vor wenigen Tagen via Facebook ein neues Projekt: Dabei will sie gemeinsam mit zwei Partnern Unternehmenskunden in Sachen Innovation und Digitalisierung beraten.

Ohlala stand immer vor dem Problem, mit seinem Produkt signifikante Umsätze generieren zu können. Ursprünglich hatte das Startup überlegt, über eine Provision, die die männlichen Kunden zahlen sollten, Geld zu verdienen. Dafür sollte eine Bezahlfunktion in die Web-App integriert werden. Bis heute ist das allerdings nicht geschehen.

Bild: Laura Jost / Ohlala