Unser Chefredakteur Frank mag autonome Autos – und die neue Foto-App Prisma

Sehr geehrter Minister Dobrindt,

ich habe gelesen, dass Sie in Deutschland das „innovationsfreundlichste Straßenverkehrsrecht der Welt“ schaffen wollen. Wunderbar! Laut Ihrem Strategiepapier soll die serienmäßige Nutzung hochautomatisierter Autos forciert werden. Endlich ein entschlossener Schritt in Richtung Zukunft.

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Ausgerechnet in Zeiten, in denen es in vielen deutschen Zeitungen Berichte über den tödllichen Unfall eines Tesla mit eingeschaltetem Autopilot zu lesen ist – ohne dass mit einer einzigen Silbe darauf hingewiesen wird, dass der Tesla keine Schuld am Unfall hatte. Das ist mutig, Herr Minister.

In nicht allzu ferner Zukunft werden uns Autos automatisch hin und herfahren. In Wirklichkeit sind es natürlich nicht die Autos, sondern eine Software. Gesteuert von der wunderbaren Welt der Algorithmen. Eine Ethikkommission soll jetzt „klare Leitlinien für Algorithmen entwickeln, welche die Fahrzeugreaktionen in Risikosituationen bestimmen“.

Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht eine Versicherung oder noch besser eine Kommission gäbe, die zukünftige Risiken irgendwie abfedern soll. Oder zumindest Schuld hat, wenn nachher etwas schief läuft. Nach jedem mutigen Schritt nach vorne, folgen ein paar Trippelschritte zur Seite. Ok. Das kenne ich und mag ich auch an unserem Land. Aber dieses Mal will ich Teil dieser Ethik-Kommission sein.

Hiermit bewerbe ich mich offiziell als Mitglied der Kommission, die unter Vorsitz des früheren Verfassungsrichters Udo di Fabio moralische Fragen bei der Einführung vollautomatisch fahrender Wagen abklären soll. Als Vertreter der Digitalwirtschaft.

Meine Idee, die ich einbringen würde: Programmiert die Software in Fahrzeugen so, dass Unfälle ausgeschlossen sind.

Mit den besten Grüßen

Frank Schmiechen

(Chefredakteur Gründerszene)

P.S.: Ein Gedanke schießt mir gerade durch den Kopf: Warum hat es eigentlich nie eine Ethik-Kommission für Autokonzerne gegeben, die bis heute Fahrzeuge bauen, die im Jahr für durchschnittlich 1,25 Millionen Tote auf den Straßen verantwortlich sind? Können wir dann ja mal im Kommissionskreis drüber sprechen.

Foto: Frank Schmiechen