Google Anekdoten & Fakten

EU vs. Google

Europa scheint sich gerade mit Händen und Füßen gegen Google zu wehren. Der kalifornische Suchmaschinenbetreiber musste vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Niederlage einstecken: Google kann dazu verpflichtet werden, Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus den Suchergebnissen zu löschen. Das entschied der EuGH am heutigen Dienstag in Luxemburg.

Abgeleitet aus dem Datenschutzrecht und festgehalten unter Rechtssache C-131/12 muss der Internetriese auf Anfrage eines Nutzers dann Links streichen, wenn seit der Veröffentlichung Jahre verstrichen sind oder die Informationen nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck entsprechen. Das Recht auf Löschung sei einklagbar, urteilte der EuGH.

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Doch damit nicht genug. „Google muss diszipliniert werden“, lässt sich EU-Kommissar Joaquín Almunia in der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung zitieren. Er habe „ernsthafte Bedenken zu mehreren Geschäftspraktiken Googles geäußert“, schreibt Almunia in einem offenen Brief. Er reagiert damit auf einen Vorstoß von Springer-Chef Mathias Döpfner Mitte April dieses Jahres.

Der hatte auf dem gleichen Weg an Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt geschrieben, in dem er vor der wachsenden Übermacht Googles im Internet warnt – und unter anderem der EU Tatenlosigkeit vorwirft. Für sein Vorpreschen hatte Döpfner von der Netzgemeinde auch Kritik geerntet.

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Was auch Almunia nun anprangert: „Googles prominente Darstellung seiner eigenen spezialisierten (oder ,vertikalen’) Suchdienstleistungen, im Rahmen seiner normalen Suchergebnisse, ohne dass der Nutzer über diese bevorzugte Darstellung informiert wird.“ Tatsächlich sei es so, „dass ein solches Vorgehen unrechtmäßig Internetverkehr zu Googles Dienstleistungen umleiten kann, und Dienstleistungen von Wettbewerbern, die genauso relevant oder sogar relevanter für den Nutzer sind, benachteiligen kann.“

Es wird sicherlich nicht die letzte Auseinandersetzung zwischen der EU und Google sein. Das protektive Verhalten des Gerichtshofs schützt dabei zwar einerseits die Rechte der Nutzer. Andererseits sind gerade in der Startup-Szene offene Internetstrukturen maßgeblich für ein gutes Wachstum.

Was denkt Ihr über die Positionierung der EU gegenüber Google: Muss der Suchmaschinenbetreiber stärker „diszipliniert werden“, wie EU-Kommissar Almunia fordert?

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Robert Scoble