European Young Innovators Forum

Unternehmertum in jungen Köpfen

Kumardev Chatterjee, Gründer und Sprecher des European Young Innovators Forum (www.eyif.eu) ist sich sicher: Das unternehmerische Handeln und innovative Denken wird in den Ländern Europas noch immer nicht ernst genug behandelt. Europas Versprechen, der jungen Generation unterstützend unter die Arme zu greifen – speziell bei der momentanen Lage auf den transnationalen Arbeitsmärkten –, ist sicher nichts Neues.

Erst in dieser Woche ließen sich Vertreter der Mitgliedsstaaten von Bundeskanzlerin Merkel in Düsseldorf zum Gipfeltreffen gegen Jugendarbeitslosigkeit empfangen und beraten. Doch wie wird in diesem Zusammenhang das (digitale) Unternehmertum gefördert?

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Chatterjee, dessen EYIF eng mit dem Horizon 2020 Programm der Europäischen Kommission zusammenarbeitet, sieht noch immer veraltete Strukturen in der gesellschaftlichen Auffassung von Unternehmertum und Innovation.

Wie seine Kollegin Marta Carvalho, die sich als Sonderberichterstatterin der Europäischen Kommission für das H2020 Programm verantwortlich zeichnet, sieht er die Aufgabe seiner Organisation und der EU darin, das Fundament für eine neue Bewegung mit zu gestalten – insbesondere hin zur so oft geforderten Kultur der zweiten Chance. Weil die Angst vor dem Risiko des Scheiterns in Europa zu groß sei, werde „hier tendenziell viel weniger gegründet als in Amerika“, so seine Aussage.

Es müsse demnach, so Chatterjee, die Aufwertung des Unternehmers und des sogenannten „Innovateurs“ zum vollwertigen Beruf im Denken der Europäer geschehen. Und dazu müsse auch jenseits der digitalen Tech-Hotspots Berlin, Barcelona und London Gründungswilligen der Weg zum eigenen Startup erleichtert werden. In Zusammenarbeit mit dem Horizon 2020 Programm der EU will die EYIF auf Non-Profit-Basis die Erleichterung der Rahmenbedingungen dadurch bilden, dass Zugang zu Know-how, Unterstützung durch erfahrene Fachleute und Erstfinanzierungen auch in Ländern wie Portugal oder Bulgarien schneller verfügbar gemacht werden.

Smart Cities in greifbarer Zukunft

Online wie Offline sollen über Universitäten und Veranstaltungen von Kooperationspartner wie Microsoft oder TechStars, die Gründungswilligen mit Hilfe der EYIF von der Idee bis hin zur Gründung einen dreistufigen Prozess durchlaufen. Am Anfang steht dabei der Zugang zu Informationen.

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Danach solle in der Entdeckungs- und Experimentier-Phase eine Mentorenschaft bei Fragen und Bedarf zur Seite stehen, ehe im dritten Schritt die Umsetzung von Innovation und Vision als Startup auch finanziell angestoßen wird. In Planung ist für 2014 auch ein Innovation-Inkubator auf europäischer Ebene.

Für Chatterjee sind allerdings nicht alle Business-Ideen und Gründungsvorhaben innovativ. Für seine Organisation stehen in erster Linie techbasierte Startups im Bereich Big- und Open-Data, Smart Cities, Digital-Social-Innovation und Satellite-Based-Services im Vordergrund. Mit Startups aus diesen Bereichen soll nach der Idee des EYIF-Gründers auch das Allgemeinwohl innerhalb der Europäischen Union verbessert werden.

Inwieweit diese Bemühungen die junge Generation Europas wirklich zu mehr unternehmerischem Geist animieren wird, hängt aber sicher auch damit zusammen, wie gut gerade in Krisenländern das Programm an die Zielgruppe kommuniziert werden kann.

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von Justin Dolske