Hummingbird

Benjamin Seer in Berlin. Links daneben: seine Bällchen, bunt verpackt.

Im Food-Bereich hat sich Benjamin Seer schon immer wohl gefühlt. Der 25-Jährige machte nach seinem Bachelor an der Business-School WHU zunächst ein Praktikum beim Rocket Venture HelloFresh. Anschließend arbeitete er kurz beim Kochboxen-Anbieter Marley Spoon, bevor er schließlich als erster fester Mitarbeiter zu Foodora wechselte. Das in München gegründete Startup hieß damals noch Volo, hatte noch keine wirkliche Strategie und nur ein paar tausend Euro auf dem Konto.

Eine Mutter machte „Smoothie Bombs“ – und lieferte die Idee

Nach dem Verkauf an Rocket Internet wurde Seer für Foodora nach Australien geschickt, um dort das Geschäft aufzubauen. Besonders in Melbourne sei der Restaurant-Lieferdienst gut angekommen, berichtet er beim Treffen mit uns. Vor Ort habe er sich nach ein paar Monaten dazu entschieden, den Job zu kündigen und sein eigenes Startup zu launchen – natürlich wieder im Food-Segment. 

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Die Idee sei ihm in einem Café in Melbourne gekommen. Dort habe eine mehrfache Mutter hausgemachte Bällchen aus zusammengepressten Nüssen, Superfood und getrockneten Früchten verkauft, die mit Milch und frischen Früchten gemischt einen ganzen Smoothie ergaben. „Smoothie Bombs“ nannte sie diese. Seer fragte die Frau, ob sie das nicht mit ihm gemeinsam im großen Stil verkaufen wolle. Sie wollte nicht. Sie wollte es lieber klein halten. Und der Ex-Foodora-Mitarbeiter zog es alleine durch.

Zehntausende Packungen hat Seer schon verkauft

Seit August 2016 bietet Seer nun seine Superfood-Bällchen in Australien unter dem Namen Hummingbird, zu deutsch: Kolibri, an. Verkauft werden jeweils fünf Stück, verpackt in einer runden Pappbox. Es gibt fünf verschiedene Geschmacksrichtungen. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Vorbild: Die Bällchen werden zusammen mit Milch und Früchten in einen Mixer gegeben und sollen so ein gesundes und schnelles Frühstück ergeben. 

Sein Produkt verkauft Seer zum happigen Preis: Eine Packung mit Hummingbird-Bällchen kostet 15,90 australische Dollar, umgerechnet etwa 10,70 Euro. Wer ein Abo bestellt, spart pro Packung zwei Dollar. Bisher hat Seer nach eigenen Angaben „zehntausende Packungen“ verkauft und so einen sechsstelligen Umsatz erzielt. Mehr als eine Million australische Dollar an Funding konnte der Gründer bereits von Investoren einsammeln. 

Bald soll es Hummingbird in Deutschland geben

Für den gebürtigen Bayern ist Australien das perfekte Land für Food-Gründer. Die Menschen dort würden sich teilweise „super gesund ernähren“ und viel Geld für Essen ausgeben. Deutlich mehr als die Deutschen.  

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Trotzdem will Seer nun Mitte Juli mit Hummingbird nach Deutschland kommen. Dass weder Superfood noch Smoothies hierzulande so weit verbreitet sind wie in Australien, ist ihm bewusst. Er schätzt das Potential dennoch riesig ein. Für deutsche Kunden sollen die Bällchen neun bis elf Euro kosten.

Einige Zutaten sowie die Infos zu seinem Produkt wird der Gründer für den Deutschland-Launch allerdings anpassen. Zwei bis drei Mitarbeiter möchte er künftig in Berlin beschäftigen. Langfristig will er selbst hierher zurückkommen – wenn alles gut läuft.

Dieses Video zeigt, wie Hummingbird funktioniert:

HOW IT WORKS from Hummingbird on Vimeo.

Bild: Gründerszene / Hannah Scherkamp