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Welche Exits waren Reißleine und welche die Fortsetzung eines Gleitflugs? Während manche triumphale Abschlüsse erzielten, entgingen andere nur knapp der Bruchlandung.

Burda gibt achtstelligen Betrag für Edelight

Noch 50 Prozent der Anteile an Edelight hielt das Dreiergespann aus den beiden Gründern Peter Ambrozy und Tassilo Bestler, sowie Geschäftsführer Steffen Belitz, beim Exit an ihren Investor Burda. Achtstellig bezahlte der Münchner Geldgeber dann für die vollständige Übernahme der 2006 in Stuttgart gegründeten Community, die über persönliche Empfehlungen bei Kaufentscheidungen unterstützt.

Forschernetzwerk Mendeley geht an Elsevier

Ebenfalls erfolgreich abschließen konnte die deutsche Gründung Mendeley. Der renommierte Wissenschaftsverlag Elsevier erwarb das Startup für „zwischen 69 und 100 Millionen US-Dollar“. In dem Forschernetzwerk, das das Ziel der Digitalisierung von Publikationen verfolgt, waren zum Akquisezeitpunkt 2,3 Millionen Nutzer registriert. Inzwischen in London und New York ansässig, soll es in das Verlagshaus integriert werden.

Der Mendeley-Verkauf ist auch interessant im Hinblick auf die im Juni dieses Jahres bestätigte 35-Millionen-US-Dollar-Finanzierungsrunde des Berliner Forschernetzwerks ResearchGate – hier war auch Bill Gates als Investor vertreten. Beide Netzwerke sind ähnlich engagiert.

JouleX erzielt 107 Millionen-Dollar

Freuen konnte sich auch JouleX. Nach nur knapp fünf Jahren gelang Ende Mai dieses Jahres ein 107-Millionen-Dollar-Exit an den US-Konzern Cisco. Die von dem in München gegründeten Jungunternehmen angebotenen Energieeffizienz-Lösungen ermöglichen Kosteneinsparungen durch Monitoring und Management des IT- und Netzwerk-Verbrauchs.

Rettungsübernahme Gidsy

Der Berliner Erlebnis-Marktplatz Gidsy arrangierte den Anschluss an die weltweit tätige Buchungsplattform GetYourGuide. Das 2011 gegründete Gidsy konnte durch cleveres Marketing schnell Aufmerksamkeit auf sich ziehen, entwickelte sich dann jedoch auf Sparflamme.

Mydays als Erweiterung des Reiseangebots

Die Beteiligungstochter der ProsiebenSat.1-Gruppe, SevenVentures, erweiterte mit dem Erwerb von Mydays das Reiseangebot des Mutterkonzerns. Der Anbieter außergewöhnlicher Erlebnisse soll von der Reichweite und Werbekraft des TV-Netzwerks profitieren.

Axel Springer akquiriert Social-TV TunedIn

Auch Axel Springer engagierte sich im ersten Halbjahr prominent bei Startups. Mit der Akquise von TunedIn erweitert der Medienkonzern sein Angebot um Social-TV. Die Kaufsumme ist nicht bekannt. Das Startup hatte früh begonnen, auf ein Second-Screen-Prinzip zu setzen, bei dem parallel zum TV auf einem zweiten Monitor begleitende Anwendungen laufen.

Aupeo zur traditionellen Industrie

Eine prominente Veräußerung gelang auch der Berliner Streaming-Plattform Aupeo an Panasonic Automotive Systems. Gemeinsam wurde die Kooperation mit der Automobilindustrie angestrebt, hin zur Einbettung in die Fahrzeuge. Interessant insbesondere, zeigt es doch eine Option zur Verknüpfung der Startup-Landschaft mit traditionellen Geschäftsbereichen auf.

Weitere wichtige Exits

Eine weitere Akquisition gelang Ströer mit dem Startup Radcarpet. Das Werbenetzwerk schaltet mobile Anzeigen nur in einem bestimmten Radius. Auch die Crowdfunding-Plattform Pling fand einen neuen Eigentümer: Clemens Tönnies übernahm für eine sechsstellige Summe die Mehrheit am Unternehmen. Neuigkeiten auch von Xing: Das Netzwerk übernahm die Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu für 3,6 Millionen Euro. Bereits seit Februar 2011 kooperierten die beiden Plattformen miteinander. Ebenfalls auf Shopping-Tour ging die Haufe Gruppe, welche sich den Weiterbildungs-Marktplatz Semigator einverleibte. Sicherlich kein glanzvoller Exit, aber dennoch erwähnenswert: Der totgeglaubte Fiverr-Klon Gigalo wurde vom ehemaligen Hanse-Ventures-Chefentwickler Christian Steiger übernommen.

DailyDeal und MyParfum sollen gesunden

Die DailyDeal-Brüder Fabian und Ferry Heilemann nahmen ihre Gründung von Google zurück. In einem anderen Fall erlangten die MyParfum-Gründer Matti und Yannis Niebelschütz ihr Unternehmen aus der Insolvenzmasse wieder. Das lässt aufhorchen.

Google hatte 2011 eine stattliche Summe von 114 Millionen US-Dollar für DailyDeal bezahlt und anschließend zwei Jahre mit der Integration der Plattform in die Produktsuite des Hauses experimentiert. Im Februar dieses Jahres wendeten die DailyDeal-Gründer dann durch eine Rücknahme eine mögliche Abwicklung ab.

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MyParfum wiederum war seit Gründung im Jahr 2008 zunächst sehr solide gewachsen, ab 2012 dann durch Finanzierungen rasant aufgestiegen, musste kurz darauf jedoch Insolvenz anmelden. Nach dem Rückkauf liegt die Verantwortung nun wieder in den Händen der Gründer. So verschieden die Fälle im Detail auch sind, zeigen sie doch einen besonderen Willen der Macher zu ihrem Produkt. MyParfum soll nun als Familienunternehmen nachhaltig wachsen, DailyDeal will das bestehende Netzwerk an Partnerkontakten neu nutzen.

Was bringt das zweite Halbjahr?

Insgesamt erlauben die Exits einen optimistischen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte: Ob es in diesem Jahr noch zu einem spektakulären Exit kommen wird – so wie Trivagos 500-Millionen-Euro-Deal 2012 -, kann mit Spannung erwartet werden.

Welcher Exit war der interessanteste, welcher gehört noch in die obige Aufstellung? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!