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„Pal Stool Yellow“: Gelber Hocker aus der Hem-Kollektion

Fab launcht Hem

Fab, das US-amerikanische Startup, das von einer kleinen Schwulen-Community erst zu einem Flash-Sales-Shoppingclub und dann zu einem klassischen, inventarbasierten Online-Shop für Designprodukte wurde, arbeitet seit einigen Monaten am nächsten Strategieschwenk. Das Ziel: Kern von Fab soll ein vertikal integrierter Möbel-Shop mit eigener Produktion werden. Dazu wurden schon im Mai 2013 das Hamburger Luxusmöbelhaus Massivkonzept und im Juni 2014 der finnische Anbieter One Nordic übernommen.

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Dem neuerlichen Pivot gingen mehrere Entlassungswellen bei dem zwischenzeitlich auf 700 Mitarbeiter angewachsenen Unternehmen voraus, im Sommer 2013 wurden in der Dependance in der Berliner Rungestraße 150 Leute gefeuert, seither wurde die Belegschaft weiter reduziert.

Der Neustart soll nun mit dem Spinoff Hem (schwedisch für „Heim“) gelingen. Der Designmöbel-Shop startet heute in 40 Ländern – in 30 Märkten werden Einrichtungsgegenstände online verkauft, in zehn weiteren gibt es Partnerschaften mit Offline-Geschäften. Gesteuert wird das Spinoff von Berlin aus, wie CEO Jason Goldberg gegenüber TechCrunch ankündigte.

Goldberg selbst hat bereits in den vergangenen Monaten „80 Prozent seiner Zeit“ in der deutschen Hauptstadt verbracht, bestätigte eine Unternehmensvertreterin Gründerszene. Der Fab-CEO werde ganz nach Berlin übersiedeln, um das neue Hem-Hauptquartier in der Friedrichstraße zu leiten. Über einen Umzug Goldbergs war bereits im Frühjahr spekuliert worden.

Laut Handelsregister hat die Hem GmbH die bisherige Fab DBY GmbH abgelöst; unter dem Label Fab Designed by You liefen bisher die Produkte von Massivkonzept.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Was hat Rocket Internet mit den Entlassungen bei Fab zu tun?

In der Berliner Zentrale arbeiten nach Gründerszene-Informationen bereits seit April etwa 50 Mitarbeiter. Laut TechCrunch beschäftigt Fab ansonsten nur noch 25 Leute in den USA, dazu 100 Entwickler in Indien und ein Produktionsteam in Polen.

Die Fab-Investoren (unter anderem Andreessen Horowitz, Atomico und Ashton Kutchers A Grade Investment) unterstützten den Schwenk hin zu einer neuen Strategie sowie zu einem europäischen Gravitationszentrum für das Unternehmen, versichert Goldberg.

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Das Startup, das mit insgesamt 330 Millionen US-Dollar finanziert wurde und bei der Serie D 2013 mit einer Milliarde Dollar bewertet wurde, sei derzeit nicht auf der Suche nach frischem Kapital, so der Fab-CEO: „Ich habe mich dem Vorhaben verschrieben, ein profitables Geschäft mit dem bislang eingesammelten Kapital zu bauen.“

Was von außen wie der x-te Pivot aussieht, beschreibt Jason Goldberg eher als die Vollendung eines seit langem gehegten Plans. „Die Idee wurde aus den Beobachtungen geboren, die wir in den drei bis fünf Jahren gemacht haben, in denen wir Fab großgezogen haben“, so Goldberg im Gespräch mit Fast Company. Furniture sei immer der spannendste Teil des Fab-Geschäfts gewesen. „Was wir hier versuchen ist das, was Warby Parker bei Brillen oder Dollar Shave Club bei Rasierklingen gemacht haben. Wir versuchen das bei Möbeldesign anzuwenden.“

Bild: Hem