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Gründer Fabian Dudek hier noch im Nestpick-Shirt

Nestpick war Fabian Dudeks Baby. Den kleinen Online-Immobilienmakler startete er im Jahr 2014 in Rotterdam, als er dort noch die Uni besuchte. Ausländische Studenten sollten über die Plattform auch von ihrer Heimat aus eine Wohnung in der niederländischen Universitätsstadt finden können.

Über die Startphase erzählte Fabian Dudek vor einiger Zeit: „Als Student hat man zwei Möglichkeiten: Sparen, das kann ich nicht so gut – oder Geld verdienen, das kann ich besser.“ Denn Nestpick sei damals gut angelaufen. So gut, dass Ende 2014 Rocket Internet die Firma kaufte und nach Berlin brachte. Danach wuchs das Unternehmen rasant – zum Teil mit fragwürdigen Methoden, wie Gründerszene berichtete.

Es folgte ein ebenso schneller Abbau in diesem Frühjahr. Von einst 140 Mitarbeitern sind heute noch etwa 20 übrig. Das Angebot wurde eingedampft, die Umsätze sollen gering gewesen sein. Wie es mit der Firma weitergehen sollte, war unklar.

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Vergangene Woche erfuhr Gründerszene dann, dass die Geschäftsführerin und COO Patricia Moubarak abgetreten ist. Wie der Investor Rocket Internet jetzt gegenüber Gründerszene bestätigt, hat auch Gründer und CEO Fabian Dudek das Startup verlassen.

Demnach hat seit Anfang vergangener Woche der Manager Fabio Tran die interimsmäßige Leitung von Nestpick übernommen. Er arbeitet seit mehr als fünf Jahren in Managementpositionen für Rocket Internet. Laut Rocket suche man einen Nachfolger: Man glaube nach wie vor an das gute Geschäftsmodell der Firma.

Warum auch Fabian Dudek das Startup verlassen hat, ist nicht bekannt. Aus Rocket-Kreisen heißt es, die Investoren sollen mit der Leistung des Managements nicht zufrieden gewesen sein. Dudek selbst kommentierte seinen Abgang auf Anfrage von Gründerszene bisher nicht.

Aus dem Umfeld der Firmenschmiede ist weiter zu hören, dass Tran nun eine neue Strategie für Nestpick erarbeiten solle. Weiter sei es seine Aufgabe zu analysieren, was für das Startup gut und was schlecht gelaufen sei. Genügend Funding aus der Elf-Millionen-Runde Ende 2015 soll noch übrig sein, um das Geschäft einige Zeit weiter tragen zu können.

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Bild: Nestpick