fabian spielberger Mydealz Startup-Helden

„Startup-Held“ Fabian Spielberger im Interview

Fabian Spielberger war schon immer ein Sparfuchs. Seine Strategien zum Ergattern der besten Deals teilte er 2007 in einem Blog – der sich innerhalb weniger Jahre zu einer der größten Social-Commerce-Plattformen Deutschlands entwickeln sollte. Spielberger (30) ist nicht nur Kopf des Schnäppchenportals, mit Namen Mydealz (www.mydealz.de), sondern auch des E-CommerceInkubators 6Minutes Media, welcher zudem die Portale Urlaubspiraten.de, Chillmo.com und Abosgratis.de betreibt.

Wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Fabian Spielberger, Gründer und Geschäftsführer der 6Minutes Media GmbH, einem kleinem, eigenfinanzierten Inkubator, der sich auf E-Commerce-Projekte spezialisiert hat. Das größte und wohl bekannteste Projekt, aus dem auch alles entstanden ist, ist Mydealz.de. Mit über 400.000 Besuchern pro Tag wahrscheinlich Deutschlands größte Social-Commerce-Plattform. Es werden täglich die besten Deals aller On- und Offlineshops von der Redaktion und der Community zusammengesucht, bewertet und diskutiert. Es geht dabei quer durch alle Themengebiete von Reisen, über 150 Euro an Bargeld für den Abschluss eines vollkommen kostenlosen Girokontos bis hin zu den besten Nutella-Angeboten.

Wie bist Du auf die Idee zu Mydealz gekommen?

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Ich liebe Technik und hatte schon immer den Drang, die neusten Gadgets auch besitzen zu wollen. Während meines Studiums ließ dies mein Budget natürlich nur bedingt zu und so suchte ich immer nach Möglichkeiten, die neuesten Produkte möglichst günstig zu bekommen. Damals ging dies noch extrem gut über Handyverträge. So schloss man in der Regel zwei Handyverträge ab, die man aber gar nicht nutzte, sondern direkt kündigte. Alle Fixkosten aufgerechnet, war das Handy, das man dazu bekommen hat, dann effektiv 300 Euro günstiger. Da man dabei aber immer einige Stolperfallen beachten musste, habe ich dies übersichtlich auf einem Blog für meine Freunde zusammengefasst – Mydealz.de war geboren.

Während Deal-Plattformen wie Groupon und DailyDeal stagnieren, ist Mydealz im Wachstum begriffen. Wie erklärst Du Dir die Unterschiede?

Mydealz existiert nun bald schon sechseinhalb Jahre und in der Zeit haben wir einige Shoppingtrends miterleben dürfen – Liveshopping, Shopping-Clubs und nun zuletzt auch Group-Shopping. Mydealz versteht sich nicht als Händler oder Couponing-Plattform. Da wir keine eigenen Produkte verkaufen, sind wir unabhängig von gutem Produkt-Sourcing, was im E-Commerce mit einer der größten Hürden darstellt. Wir müssen also niemals schlechte Angebote veröffentlichen, nur weil etwas zu teuer eingekauft wurde. Wir alle in der Firma lieben und leben Mydealz und entwickeln uns stetig weiter, wobei immer das Produkt und die Community an oberster Stelle stehen. Ich fürchte, dieses Denken geht vielen Unternehmen im Laufe der Zeit verloren.

Was wünschst Du Dir für den Gründungsstandort Deutschland?

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Ich liebe Berlin und ich liebe auch Deutschland. Ich denke, wir haben hier wahnsinnig viele Vorzüge, die häufig als selbstverständlich wahrgenommen werden. Trotzdem gibt es aber immer noch viel zu viele bürokratische Hürden, speziell, wenn es um Mitarbeiter aus dem Ausland geht. Wenn die Mitarbeiter diese Behördengänge selbst erledigen müssten und nicht von uns unterstützt werden würden, könnte ich mir gut vorstellen, dass es bei dem einen oder anderen nicht geklappt hätte.

Welche Trends siehst Du im Internet?

Man soll ja keine toten Pferde schlagen, aber Mobile und Social sind die Themen, die im Prinzip unmittelbar vor der Tür stehen. Mobile wird nicht klassischen „Desktop“-Traffic verdrängen, aber es wird eine weitere, sehr große Säule entstehen, die wir bereits jetzt versuchen zu besetzen. Social heißt aktuell bei den meisten wohl Facebook . Aber auch da werden wir, denke ich, viele Veränderungen sehen, denn gerade im E-Commerce-Bereich sind nur die wenigsten Unternehmen wirklich zufrieden mit dem Output ihrer Social-Strategie.