Für CEO Mark Zuckerberg ist es die „größte Veränderung der Strategie“, die es in der Geschichte von Facebook jemals gegeben hat. Dabei hört sich sein Plan im ersten Moment gar nicht so dramatisch an. Die Messenger-App des sozialen Netzwerks soll in Zukunft zu einer Art Servicezentrale werden. Dafür öffnet sie Facebook für Entwickler und freut sich auf viele neue Ideen. Vor ein paar Tagen wurde bereits bekannt, dass man in Zukunft per Messenger Geld überweisen kann. Und verschiedene Medienhäuser wurden angefragt, ob sie ihre Inhalte direkt bei Facebook veröffentlichen wollen. Doch das war offenbar nur der Anfang. „Wir sind als diese eine blaue App gestartet, jetzt haben wir eine ganze Familie von Apps.“

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Wenn man das Pathos aus Zuckerbergs Keynote auf der F8-Entwicklerkonferenz streicht, bleibt immer noch eine beeindruckende Vision übrig. In Zukunft soll fast alles, was man im Internet so anstellt, auch innerhalb von Facebook möglich sein. Zunächst natürlich auf dem Kerngebiet des Netzwerkes – der Kommunikation. „Leute werden in Zukunft noch schneller, häufiger und vor allem neue Inhalte mit ihren Freunden teilen wollen“, so Zuckerberg. Bis jetzt sind ihm die Ausdrucksmöglichkeiten einfach zu beschränkt. „Leute sollen in Zukunft noch besser mitteilen können, was ihnen wichtig ist und um was sie sich kümmern.“

Er denkt dabei vor allem an Videos und in ein paar Jahren an Virtual-Reality-Bewegtbilder, Panorama-Aufnahmen und 3D-Animationen. Eine ganze Flut von Apps, die man sich innerhalb der Messenger-App herunterladen und installieren können soll, werde helfen, die Kommunikation emotionaler und individueller zu gestalten. Mit animierten GIFs, Videoeinbindung oder animierter Typografie. Auch für Unternehmen soll es in Zukunft möglich sein, mit ihren Kunden per Messenger einfacher und schneller zu kommunizieren. Als Beispiele werden der Versand von Quittungen oder das Verfolgen von Warensendungen gezeigt.

40 Apps sollen Mitteilungen individueller und emotionaler machen


Geschäftskunden sollen in Zukunft über Facebook mit ihren Kunden kommunizieren

Neben dem ausgeweiteten und verbesserten Kerngeschäft geht es Facebook darum, die Nutzer mit neuen Möglichkeiten im Netzwerk zu halten. Der Plan ist, dass man sämtliche täglichen Aufgaben innerhalb der Messenger-Plattform erledigen kann. Zum Beispiel Sportnachrichten von ESPN lesen oder ein Taxi bestellen. „Wir sind gespannt, was die Entwickler tun“, ruft Zuckerberg dem Publikum zu. Wie wäre es mit Einkaufen, Tickets für Konzerte und Kino bestellen oder Musik hören?

Ja, man darf natürlich skeptisch sein, ob sich Facebook mit seiner neuen Strategie durchsetzt. Aber die Nutzerzahlen sind das beste Argument für die Durchsetzungskraft. 1,4 Milliarden Menschen nutzen das soziale Netzwerk inzwischen, 700 Millionen sind jeweils bei WhatsApp und Groups, 600 Millionen nutzen den Messenger und 300 Millionen Instagram. Keine schlechten Voraussetzungen für die nächsten Welterfolge.

Hier die Keynote von Mark Zuckerberg im Video:


Video: Facebook Keynote F8 2015 (53:39)

Foto: NamensnennungBestimmte Rechte vorbehalten von Abode of Chaos