Hauke Windmueller_Familonet

Hauke Windmüller hat 2012 Familonet mitgegründet. Künftig wird er für die Daimler-Tochter Moovel arbeiten.

Eine Übernahme beeindruckt heute die deutsche Startup-Szene: Das Hamburger App-Unternehmen Familonet geht fünf Jahre nach der Gründung an die Daimler-Tochter Moovel. Die App, mit der Familien und Freunde ihren Alltag organisieren und an Orten einchecken können, wird es weiterhin geben.

Moovel hat es aber vor allem auf die sogenannte Mobile-Geolocation-Technologie von Familonet, mit der beispielsweise die Bewegung von App-Nutzern festgehalten werden kann, und auf das Team dahinter abgesehen. Alle 13 Mitarbeiter werden künftig für die Daimler-Tochter arbeiten. Erst seit vergangenem Sommer verdient Familonet Geld, zum einen über den Verkauf der Technologie, zum anderen über ein Freemium-Modell der App. In zwölf Monaten kam so ein Umsatz von einer Million Euro zusammen. 

Im Interview spricht Hauke Windmüller, der Familonet 2012 gemeinsam mit Michael Asshauer und David Nellessen gründete, über den Exit und seine Konsequenzen. 

Ein Exit an Daimler, das klingt erst mal toll. Aber ist es tatsächlich ein Erfolg für Euch?

Ja, es ist ein großartiger Erfolg für uns. Sowohl die Familonet-App als auch unsere seit fünf Jahren selbst entwickelte Location-Technologie geht in der Daimler-Tochter Moovel auf. Wir können damit die urbane Mobilität der Zukunft mit gestalten – das ist eine tolle Vision.

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Profitiert auch Ihr drei Gründer von dem Verkauf? Oder sind Eure Anteile zuletzt zu gering gewesen?

Wir Gründer hielten zuletzt noch mehr als 50 Prozent der Firmenanteile. Sowohl unsere Investoren als auch wir Gründer sind deswegen sehr zufrieden mit dem Deal. Die Kaufsumme können wir allerdings nicht nennen.

Wie kam der Kontakt mit Daimler zustande? Wie lange dauerten die Verhandlungen?

Der Kontakt kam über das eigene Netzwerk vor wenigen Monaten zustande. Als sich Daimler final für die Übernahme entschieden hat, ging alles ziemlich schnell.

Eine Ortungs-App für Familien und Freunde geht an eine Daimler-Tochter. Das passt erst einmal nicht zusammen. Was hat Moovel mit Euch vor?

Moovel entwickelt das Betriebssystem für urbane Mobilität. Dabei spielt der Standort der Nutzer und ihre Fortbewegungsmittel eine große Rolle, um die beste Verbindung von A nach B zu ermitteln. Mit unserer Location-Technologie können diese Funktionen optimiert werden.

Wird es die App Familonet weiter geben? Oder seid Ihr künftig für andere Themen bei Moovel zuständig und müsst die App vernachlässigen?

Die Familonet-App wird wie zuvor weiter betrieben und wird weltweit in den App Stores angeboten.

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Künftig wirst Du nicht mehr Dein eigener Chef sein, sondern für einen großen Konzern arbeiten. Wie fühlt sich das an?

Ich sehe dem Ganzen sehr positiv entgegen. Klar wird es eine Umstellung sein, aber auf der anderen Seite liegen auch viele neue Herausforderungen vor uns. Die Mitgestaltung der urbanen Mobilität der Zukunft bietet auf jeden Fall viel Entwicklungsspielraum und Möglichkeiten der Entfaltung. Und Daimler scheint dafür der perfekte Partner zu sein. 

Seid ihr verpflichtet, nun mehrere Jahre für Moovel zu arbeiten?

Wir Gründer und das Team haben uns gemeinsam für den Deal entschieden und werden natürlich die nächsten Jahre Jahre voll durchpowern, um an der Vision einer besseren urbanen Mobilität mitzuarbeiten.

Danke für das Interview, Hauke. 

Bild: Familonet