Vamos Gründer

Haben die Business-Seite nicht in den Griff bekommen: Vamos Gründer David Prentell, Luis-Daniel Alegría und Jens Dressler

Es ist schon eine ganze Weile her, dass es Neuigkeiten zur Berliner Event-App Vamos gegeben hat. Was es nun zu vermelden gibt, bedeutet in gewisser Weise das Ende von Vamos, zumindest als Startup: Die ebenfalls aus Berlin stammende Fan-Bonusplattform Fanmiles übernimmt die Event-App, die Nutzern zeigt, was in ihrer Nähe los ist. Angaben zum Kaufpreis werden nicht gemacht – sehr hoch ist dieser allerdings nicht einzuordnen. Als Produkt soll Vamos auch unter dem neuen Eigentümer fortgeführt werden. Vor Kurzem erst hatte Fanmiles durch eine Partnerschaft mit Fußball-Profi Philipp Lahm auf sich aufmerksam gemacht.

Fanmiles wurde 2013 von Fabian Schmidt und Alan Sternberg gegründet. Durch Liken und Teilen von Posts oder etwa das Anschauen eines Videos können registrierte Fans Punkte sammeln und gegen Prämien in Form von Musik, Filmen, Tickets, Merchandise und Games eintauschen. Besonders aktive Fans haben darüber hinaus Zugriff auf exklusive Meet-and-Greets und Highlights ihrer Stars. Die Berliner Plattform deckt dabei neben Sport auch die Bereiche Musik, Spiele und Film ab.

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Neben der Vamos-App selbst hat es Fanmiles mit der Übernahme besonders auf dessen „Tech-Team“ abgesehen: Jens Dressler, der als Mitgründer und CTO bislang die Entwicklung bei Vamos verantwortete, und ein weiterer Entwickler wechseln zum neuen Eigentümer – wo Dressler künftig wiederum das Amt des CTO übernimmt. Dresslers erstes Großprojekt: die Entwicklung und der Launch der Fanmiles Mobile App.

Vamos’ weiterer Gründer, Luis-Daniel Alegría, zieht es derweil außer Landes. Er wird ab Sommer dieses Jahres Chief Product Officer des vom Frühphaseninvestor Project A Ventures unterstützten Weinshops Evino im brasilianischen Sao Paulo. Dressler und Alegría gründeten Vamos 2012 zusammen mit Erik Collinder und David Prentell, die sich bereits seit längerer Zeit auf andere Projekte konzentrieren.

„Wir haben es zwar geschafft, eine Million Unique Users zu bekommen und wurden unter anderem bei Apple und Producthunt gefeatured“, erklärt Alegría gegenüber Gründerszene. „Allerdings haben wir die Business-Seite nicht in den Griff bekommen.“ Vor diesem Hintergrund, da ist sich der Vamos-Gründer sicher, kann die Event-App unter dem neuen Eigentümer noch zum Erfolg werden. Was nicht funktionierte, verrät Alegría offen: zu wenig regelmäßige Einnahmen, zu geringe Dichte in den Märkten – Vamos war gleich international gestartet – und das Fehlen eines Systems, bei dem die Anbieter ihre Veranstaltungen in der App selbst bewerben können.

„Wir sind dennoch stolz darauf, so weit gekommen zu sein“, so Alegría weiter. Seit dem Start 2012 hatte Vamos zwei Finanzierungsrunden bekannt gegeben, jeweils über 100.000 Euro. Das Geld stammte von Business Angels, darunter auch Event-Fachleute, die das kleine Startup anschieben sollten. Bei der letzten Finanzierungsrunde im August 2014, die als Wandeldarlehen durchgeführt wurde und sich nicht auf die Unternehmensanteile ausgewirkt hatte, war zudem namhaft SoundCloud-Gründer Erik Wahlforss mit von der Partie.

Bild: Vamos