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Roman Hartmann und Tobias Schubert, die beiden Gründer von Farmy

Das Schweizer Startup Farmy will seinen Kunden den Gang zum Markt oder zum Hofladen sparen. Auf seiner Webseite bietet es Produkte an, die es auch frisch vom Bauernhof geben würde – beispielsweise Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier und Käse. Die Waren stammen ausschließlich von Herstellern aus der Region. Welche das sind, steht mit dabei im Online-Shop.

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Das Besondere dabei: Das Startup verzichtet bei frischen Produkten auf ein Zwischenlager. „Bis 24 Uhr sammeln wir alle Bestellungen für den Folgetag“, erklärt Geschäftsführer Roman Hartmann das Prinzip. Bis zum Abend des nächsten Tages seien sie dann bei den Kunden. Damit sich der Aufwand lohnt, verlangt das Startup einen recht hohen Mindestbestellwert von 50 Schweizer Franken.

Das Konzept überzeugte Investoren, die Firma konnte nun fünf Millionen Schweizer Franken einsammeln. Nach Unternehmensangaben gehört zu den Geldgebern unter anderem der Unternehmer Ruedi Noser und Fabio Borzatta, dessen Großvater Karl Schweri den Schweizer Discounter Denner gegründet hat. „Bei Farmy ist alles so regional wie möglich und vor allem viel frischer als beim Händler“, sagt Borzatta. 

Im Juni 2014 haben Hartmann und Tobias Schubert das Startup gegründet. Heute beschäftigen sie 29 Angestellte, Firmensitz ist Zürich. „Die Waren erhalten wir von rund 60 Partnern aus der Region, die teilweise mit mehreren Bauernhöfen zusammenarbeiten“, sagt Hartmann. Das Unternehmen beliefert die komplette Schweiz und Liechtenstein. Zum Teil übernimmt es den Vertrieb selbst, einige Kantone werden mit einer externen Logistikfirma beliefert. Der Gang nach Deutschland sei perspektivisch geplant, aber derzeit nicht konkret, sagt Mitgründer Schubert.

Im Mai erwirtschaftete Farmy nach eigenen Angaben einen Umsatz von fast einer halben Million Schweizer Franken. 2017 werde eine Verdopplung des bisherigen Jahresumsatzes angestrebt, heißt es von den Gründern. Mit dem frischen Kapital wollen Hartmann und Schubert das Umschlagslager ausbauen und dort einige Arbeitsprozesse automatisieren. Außerdem solle ein Teil des Geldes ins Marketing und den Personalausbau fließen, sagt Hartmann. Das Produktsortiment solle von aktuell 5.000 Waren auf 8.000 erweitert werden – zum Beispiel solle Tier- und Babynahrung dazukommen. 

Bild: Farmy