fashiontech berlin

„Aktuell sehen die meisten Designs noch aus wie für Zirkuspferde”

Auf der gestrigen FashionTech im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentierten Designer futuristisch anmutende Kleidung: Von Jacken mit LED-Beleuchtung bis hin zu schlichten schwarzen Kleidungsstücken. Auf zwei Bühnen gab es zeitgleich Vorträge zu Themen wie selbstwachsenden Materialien, tragbaren Tech-Neuheiten oder Instagram als Marketing-Tool für Modeunternehmen.

Anzeige
Mit dabei: Stilnest, das 3D-Publishing-Haus für Schmuck, das letztes Jahr ein mittleres sechsstelliges Seedinvestment einsammelte. Oder das Label Phoebe Heess, das aktuell für Adidas designt und Kleidung vorstellte, die auf Körperwärme reagiert.

Nach der Meinung von Lisa Lang von Elektrocouture kann Technik auch in Kleidung verbaut werden, um „einfach gut auszusehen”. Ihr Ziel sei es, Wearable Fashion für jedermann tragbar zu machen. „Aktuell sehen die meisten Designs noch aus wie für Zirkuspferde”, lacht sie. Einen Mehrwert zu liefern, etwa den Puls zu tracken oder Fahrradfahrer mit Leuchtmaterialien sichtbar zu machen, sei kein Muss.

Einen anderen Weg geht Amy Congdon. Sie arbeitet an „lebendiger Technologie“, die etwa Lederware wachsen lassen kann. „Wir können Zellen wachsen lassen”, so Congdon. „Warum also nicht auch Leder? Und das, ohne Tiere zu töten.”

Pierre Sapin von Born.com hingegen vermisst mutige Designer wie Coco Chanel, die die Hose für Frauen entwickelte, oder Yves Saint Laurent, der den Smoking für Frauen in die Modewelt brachte. Sein Vorschlag: Innovative Designer sollten ihre Ideen mit Crowdfunding-Kampagnen verwirklichen.


Passend zum Thema: Berliner Gründer in Berliner Mode

Zur Galerie

Makerist-Gründerin Amber Riedl trägt ein Outfit der Designerin Bianca Fleisch.

Bild: Nils Krüger; Mitarbeit: Georg Räth