Star Trek

Beam me up, Scotty!

Das Frankfurter Startup Feel.yt betreibt eine Film-Suchmaschine der etwas anderen Art: Nutzer bekommen auf der Webseite Empfehlungen für ihren nächsten Blockbuster – doch bevor die Suchmaschine Ergebnisse ausspuckt, muss man sie mit Informationen füttern. Wie fühlst du dich? Was ist der Anlass? Welche Genres bevorzugst du? Eingrenzen lassen sich außerdem Spielzeit, Erscheinungsjahr und Produktionsland.

Wer also beispielsweise eine gewisse Lustlosigkeit verspürt und auf der Suche nach einem anspruchsvollen Streifen zum Zeitvertreib ist, dem zeigt Feel.yt zunächst eine relativ überschaubare Auswahl an Top-Vorschlägen an: sechs an der Zahl. Gladiator mit Russel Crowe ist darunter, genauso wie der Neunziger-Thriller Suicide Kings und Memento von Regisseur Christopher Nolan. Daneben offenbart sich der Algorithmus hinter Feel.yt als Star-Trek-Fan: Immer wieder tauchen die Filme in den Ergebnissen auf.

15 weitere Vorschläge sind in etwas kleinerer Ausführung direkt unter den Top-Ergebnissen zu finden. Weniger bekannte und künstlerisch wertvollere Titel verstecken sich in der Rubrik Geheimtipps.

Zum Algorithmus verrät Gründer Pierre Guillemain, dass die Eingaben unterschiedlich gewichtet werden. So spiele etwa die Reihenfolge der Eingabe innerhalb einer Kategorie oder auch die Tageszeit der Anfrage eine Rolle. Das zugrunde liegende Stimmungsmodell, so Guillemain, sei dabei nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern gemeinsam mit einem Psychologie-Professor der Frankfurter Universität entwickelt worden.

Pierre Guillemain

Feel.yt-Gründer Pierre Guillemain

Auf den Profilseiten der Filme stehen kurze Beschreibungen und Trailer. Links führen zu Onlineshops, die die Blu-ray oder DVD im Sortiment haben. Bei einigen Filmen können Nutzer zusätzlich die Preise von Streaming-Anbietern vergleichen. Bis dato sei man mit dem Kino-nach-Gefühl-Konzept auf Nutzerzahlen im fünfstelligen Bereich gekommen, sagt Guillemain.

Affiliate Marketing ist eine Kapitalquelle des Mitte 2014 gegründeten Feel.yt. Derzeit finanziere sich das Startup außerdem über Werbung, so der Gründer. Vor einiger Zeit seien zudem zwei Investoren aus Frankfurt und Köln eingestiegen. Für die Zukunft ist ein Serien-Pendant geplant. Wann das starten soll, steht allerdings noch nicht fest.

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