Das Gründer Adrian Sieber und Benjamin Karran suchen den Fehler im System.

Adrian Sieber und Benjamin Karran jagen Bugs. Oder anders formuliert: Ihr Startup Feram scannt Software auf Programmierfehler und behebt sie. Denn mangelhafte Codes produzieren Fehlfunktionen, Systemabstürze und Sicherheitslücken. Für Unternehmen endet das nicht selten in Datenlecks und schlechter Presse. Diese Fehler auszumerzen kostet die Industrie viel Zeit, Geld und Entwicklungsarbeit. Das will Feram nun automatisieren. Der Markt ist groß genug: Pro Jahr investiere Unternehmen mehr als 2,5 Milliarden Euro in Software-Checking, sagt Gründer Adrian Sieber.

Wird gesucht: ein dritter Gründer

Im vierten Businessplan-Wettbewerb des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts konnte sich das Feram-Team nun gegen 26 andere Startups durchsetzen: 50.000 Euro investiert der HPI Seed Fund in die Idee. Damit will das Team sein Produkt marktreif – und ohne Fehler – programmieren. Hinzu kommen einjährige Coachings, Geschäftsräume und Gründerstipendien. Bereits im November soll Feram auf den Markt kommen. „Bis dahin suchen wir übrigens einen Mitgründer“, sagt Adrian Sieber, „denn bei der Förderung sind drei Gründerstipendien enthalten. Und wir sind ja nur zwei.“ Wer Lust auf die digitalen Kammerjäger hat, kann sich also bewerben.

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Dabei gibt es bereits viele Forschungsinstitute, die weltweit an Software-Prüfern forschen. Bisher hat die Industrie jedoch keine Möglichkeit gefunden, gleichzeitig eine Vielzahl dieser Algorithmen zu nutzen. Das will Feram ändern: Die Plattform soll diverse Programme anderer Entwickler zusammenführen. Unternehmen können ihre Apps, Webseiten oder Programme dann von verschiedenen Algorithmen zeitgleich auseinandernehmen und auf mangelhafte Code-Zeilen testen lassen. Übersieht ein Fehler-Detektor eine defekte Codezeile, stolpert mit Sicherheit ein anderes Programm darüber.

Wer mehr Fehler findet, kriegt mehr Geld

Von der Konkurrenz abheben soll sich Feram vor allem durch einen offenen Ansatz. Neue Anti-Fehler-Software von anderen Forscherteams kann künftig leicht in die Plattform integriert werden. So soll Feram stets auf dem neuesten Stand der Bug-Killer-Entwicklung bleiben. Je schneller und besser ein Algorithmus Fehler findet, desto mehr Geld will das Feram-Team an dessen Entwickler ausschütten.

Finanzieren wollen die Gründer ihr Projekt durch ein Gebührenmodell. Für jeden Account, den ein Unternehmen zur Fehlersuche nutzt, sollen zehn Euro pro Monat zu Buche schlage. Derzeit bemüht sich das Team vor allem um mittelständische Kunden. Als Erstes wollen die Entwickler mit der Früh-Finanzierung des HPI Seed Funds Open-Source-Detektoren in die Plattform einbauen. Später sollen kommerzielle folgen.

Bild: HPI / Kay Herschelmann