Fabian und Ferry Heilemann

Die Heilemann-Brüder über Waffeln und Reichtum

Fabian und Ferry Heilemann haben das Schnäppchenportal DailyDeal gegründet, 2011 für 114 Millionen US-Dollar an Google verkauft und in diesem Jahr wieder zurückgenommen. So weit, so bekannt. Aber wer weiß schon, dass die Heilemanns mit ihrer ersten Firma Waffeln verkauften?

fabian ferry heilemann

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung haben die Brüder erstmals Details über ihre erste Unternehmung preisgegeben – die 2001 gegründete ChiChi-Company (www.chichi-company.de).

Das Konzept: der Verkauf von „ChiChis“, einem süßen französischen Waffelgebäck, das Fabian im Urlaub in Frankreich entdeckt hatte. Die Waffeln verkauften sie auf Jahrmärkten und Volksfesten in Norddeutschland – inklusive Kochmützen und einem eigens kreierten Verkaufstanz.

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Die heute 27- und 31-jährigen Brüder erzählen auch von der Zeit vor der Gründung von DailyDeal Ende 2009. Fabian Heilemann hatte von seiner Studienzeit in Stanford 60 mögliche Geschäftsideen mitgebracht, die die Brüder nun auf Tauglichkeit untersuchen wollten.

Weil sie überzeugt waren, dass das am besten unter Druck funktionieren würde, sperrten sie sich für fünf Monate in eine Einzimmerwohnung mit 35 Quadratmetern, schliefen zu zweit auf einer Matratze und lebten von 700 Euro im Monat. Die Entscheidung für ein Gutscheinportal sei letztlich eine rein rationale Entscheidung gewesen. „Es war keine Bauchentscheidung, keine Eingebung“, sagt Fabian Heilemann dem SZ Magazin.

heilemann

Fabian, der ältere Bruder, gibt schließlich einen Einblick, wie sich sein Verhältnis zu Geld und Reichtum verändert hat. Als Jugendlicher habe er seinem Vater – einem gutverdienenden Psychologen – vorgehalten, sein Talent verschenkt zu haben, weil sein Geschäftsmodell nicht skalierbar sei, er für mehr Geld immer mehr arbeiten müsse.

Nach dem DailyDeal-Exit hat sich Fabian laut SZ Magazin einen Porsche und eine Wohnung gekauft, in teuren Clubs gefeiert und begonnen Golf zu spielen.

Doch heute schlägt er andere Töne an: Geld verdienen sei kein Selbstzweck, sagt Fabian. „Es beruhigt, macht freier, aber nicht glücklich. Vor allem der exzessive Konsum führt letztlich zu nichts.“

Bilder: ChiChi-Company.de