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Die Bastler: Michael und Daniel Strohmayr (von links)

Ein weiteres Hardware-Startup aus München kann eine Finanzierungsrunde abschließen: Nach Konux und ProGlove bekommt nun das Sensor-Startup Tacterion ein Investment. Eine achtstellige Summe fließt nach eigenen Angaben in das Unternehmen. Alleiniger Investor ist die Unger Unternehmensgruppe, hinter der der Unternehmer Peter Unger steht. Das Investment werde über die kommenden Jahre an Tacterion ausgeschüttet, so Mitgründer Daniel Strohmayr gegenüber Gründerszene. Dafür müsse das Team festgelegte Meilensteine erreichen.

„Wir als Hardware-Startup haben besonders in der frühen Phase einen hohen Kapitalbedarf“, begründet Strohmayr das Investment. Das Geld sei nicht nur für die Produktion – auch für das Personal. „Bei uns ist die Personalfrage etwas anders als bei vielen Startups. Wir können nicht nur Studenten einstellen, wir brauchen auch hoch qualifiziertes und erfahrenes Personal.“ Das Startup wurde 2015 aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausgegründet, wo sein Bruder und Mitgründer Michael Strohmayr zuvor an der Entwicklung von Tacterions Sensortechnologie forschte.

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Gemeinsam arbeiten die beiden Gründer und ihr Team nun daran, Produkte oder Maschinen berührungsempfindlich zu machen. Dabei wird eine mit Sensormodulen bestückte Folie auf einer Oberfläche befestigt, die physische Interaktion und den Druck der Berührung misst. Daniel und Michael Strohmayr nennen dies „SensorSkin“. Per Kabel, Wlan oder Bluetooth werden die generierten Daten an das jeweilige System zur Weiterverarbeitung gesendet. Damit könne etwa die intuitive Bedienung von Maschinen in der Industrie umgesetzt werden, heißt es vom Startup.

„Natürlich haben wir druckempfindliche Sensoren nicht neu erfunden, die gibt es schon lange. Allerdings sind diese hart und nicht biegsam“, so Daniel Strohmayr. „Unsere Sensoren sind dehnbar und eigenen sich daher auch für nachgebende Materialien.“ So könnten die Sensoren zum Beispiel auch in Kleidung eingesetzt werden.

In diesem Video-Interview stellt Daniel Strohmayr die Technologie vor und erklärt, wozu sie noch genutzt werden kann:

Bild: Tacterion