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Nachdem bei Gründerszene erst heute über den neuen Deal von Plinga berichtet wurde (Plinga wird die ersten Spiele für das polnische StudiVZ-Pendant Nasza Klasa beisteuern), hat die Szene gänzlich verschlafen, dass Plinga (www.plinga.com) zuvor auch eine Finanzierungsrunde abgeschlossen hat. Neben den bestehenden Investoren Rocket Internet und dem Klingel Versand (www.klingel.de) sind Seventure Partners (www.seventure.fr) und die Mediengruppe presse-druck (www.presse-druck.de) in das noch junge Unternehmen aus Berlin eingestiegen.

Zu den Investoren bei Plinga

Die Finanzierungsrunde bei Plinga datiert aus dem April diesen Jahres und die eingestiegenden Unternehmen erhielten jeweils zehn Prozent der Anteile von Plinga, während der Anteil von Rocket Internet um etwa zwanzig Prozent sank, jener des Gründers Thorsten Lubinski und der wesentlichen Zuarbeiter um drei Prozent (jeweils im Vergleich zum September des Vorjahres).

Es erweckt den Anschein, als hätten sich die Plinga-Macher vor allem Investoren an Bord geholt, die von der Online-Gaming-Thematik nicht sonderlich viel verstehen. Social-Games sind vom Tagesgeschäft der Mediengruppe presse-druck und des Klingel Versands so weit weg wie ein T-Bone-Steak von einem Vegetarier. In Fachkreisen spricht man hier häufig etwas abfällig von „dummem Geld“. Dies kann jedoch auch Vorteile haben: Die externen Investoren können ihr Investitionsportfolio diversifizieren und so Risiken streuen, während dem Gründer-Team nicht allzu stark in das tägliche Geschäft hineingeredet wird. Gleichzeitig bieten Klingel und und Mediengruppe auch strategischen Input aus anderen Sparten (Medien und Online-Handel).

Weitere Samwer-Invests von Seventure Partners, der Mediengruppe presse-druck und dem Klingelversand

Das Plinga-Investment ist auch nicht die erste Beteiligung der verschiedenen Investoren. Der Inkubator der Samwers arbeitet mit Seventure Partners, dem Klingel Versand und der Mediengruppe presse-druck nicht nur bei Plinga zusammen, sondern hat bereits eine gemeinsame Investment-Geschichte: Die Mediengruppe presse-druck hält Anteile an eDarling und leistete auch schon entsprechende mediale Dienste für das Dating-Portal. Daneben sind die Augsburger auch in Immobilo, einer Immobilien-Metasuchmaschine aus der Rocket-Feder, investiert.

Der Klingel Versand ist bisher bei LadenZeile investiert, einem Online-Shop-Portal, das ein Artikelangebot von über 140 verschiedenen Online-Shops zusammenführt. An Plinga ist der Klingel Versand laut GameBizz bereits seit November 2009 beteiligt. Mit Seventure arbeiten die Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver bereits bei Tradoria zusammen, in das sie über den European Founders Fund investiert sind.

So funktioniert Plinga

Plinga ist ein Social-Games-Anbieter, der Spiele im Internet anbietet, genauer gesagt primär in Social-Networks wie Facebook. Nach Vorlage von Zynga und Playfisch – den wohl größten Anbietern in diesem Segment – bietet Plinga nicht nur Facebook- und browserbasierte Games, sondern soll auch an einer iPhone-App basteln. Neben Facebook können die Plinga-Spiele ebenso in anderen Sozialnetzwerken gespielt werden, so etwa bald im polnischen Nasza Klasa.

Inhaltlich ist Plinga ein reines Copycat der bereits genannten Zynga und Playfish und auch die wesentlichen Spieletitel Turtle Squad (ein Klon des rundenbasierten Actionspiels Worms) und Crazy Charlie (ein Klon des Action-Klassikers Bomberman) sind bekannten Spieleklassikern nachempfunden. Das Unternehmen aus Berlin hängt seine Tätigkeiten bisher nicht an die große PR-Glocke und hat mit Wooga (www.wooga.com) im regionalen Markt auch einen starken Konkurrenten.

Artikel zu Plinga und seinen Investoren:

Bildmaterial: earl53