Clark ist „sehr gut“ – findet das ITA

Es ist der erste „Transparenz-Index für Fintech-Unternehmen“: 18 Startups hat das Berliner Institut für Transparenz (ITA) dafür getestet, sechs Mal gibt es die Bestnote „sehr gut“, zwei Mal aber auch „befriedigend“ und einmal „mangelhaft“. Klingt doch erstmal gut und nützlich, was das ITA da unter der Regie von Geschäftsführer Mark Ortmann erstellt hat.

Doch um die Rangliste ist nun ein Streit entbrannt: „Die heute erschienene Pressemitteilung des ITA kann ich nicht ernst nehmen“, empörte sich gestern Dominik Groenen, Gründer der beiden Maklerlösungen Virado und Massup, die zu den getesteten Produkten gehörten, beim Fachportal Versicherungsbote. Hintergrund der Kritik: Das ITA gehört zur Hälfte dem Berliner Fintech-Inkubator Finleap. Und ITA-Chef Ortmann hat gemeinsam mit Finleap der Versicherungslösung Clark auf die Beine geholfen – und die wird ebenfalls bewertet, mit „sehr gut“.

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Die Bestnote sei „wenig überraschend“, ätzt Groenen. Es gebe da ein „wirtschaftliches Interesse von Herrn Dr. Ortmann“, damit sei der Test „schlicht unprofessionell und intransparent“.

Finleap weist die Kritik zurück: Man habe transparent darauf hingewiesen, „dass Finleap sowohl Miteigentümer des ITA wie auch Investor bei Clark“ sei. „Die Vorwürfe zeigen aus unserer Sicht vor allem, wie verängstigt die Versicherungsmakler von den digitalen Geschäftsmodellen sind“, meint eine Sprecherin. „Vermutlich ist der größte Schock gewesen, dass es bereits 18 verschiedene Startups in dem Bereich gibt.“

Dass auch Clark getestet wurde, liege daran, dass man „ein möglichst breites Bild der Insuretech-Szene in Deutschland“ habe abbilden wollen, sagt die Sprecherin. Und geht dann in die Vorwärtsverteidigung: „Schließlich schreibt Gründerszene über Unternehmen aus dem Axel-Springer-Portfolio, ohne dass es subjektiv wird. Dies gilt gleichermaßen für das ITA. Das Testverfahren galt für alle Unternehmen.“

Das mag sein. Ein Gschmäckle hat der Vorgang trotzdem: Nicht nur, weil hier eine Finleap-Tochter einer anderen gute Noten gab, sondern vor allem wegen enger personeller Verflechtungen: ITA-Chef Mark Ortmann war bei Clark zu Beginn als Interims-COO tätig und, das lässt sich im Handelsregister nachvollziehen, amtierte noch bis vor einer Woche als Geschäftsführer des Startups.

Für Massup und Virado-Anbieter Erste Digital, die beiden Angebote von Dominik Groenen, verlief der Test übrigens recht ordentlich: Beide bekamen vom ITA ein „gut“.

Die vollständige Untersuchung gibt es hier.

Bild: Clark; Hinweis: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH gibt es hier: www.vmpublishing.com.