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Die Perseus-Gründer Inna Leontenkova, Sven Weizenegger und Steffen Teske (v.l.)

Die Berliner Firmenfabrik Finleap, die Startups im Bereich Finanzen und Versicherungen gründet, hat ihr neues Venture vorgestellt. Das Unternehmen mit dem Namen Perseus plant, kleinen und mittelständischen Unternehmen Cybersicherheit zu bieten. Seit dem heutigen Montag läuft die Beta-Version des Services, an dem laut Süddeutscher Zeitung auch die Hannover Rück beteiligt ist.

Das Startup bietet eine Plattform an, für deren Nutzung die Unternehmen monatlich zahlen. Sie erhalten im Gegenzug eine Schulung ihrer Angestellten per Video, außerdem gibt es Hilfe in Notfällen. Perseus will weiterhin dabei unterstützen, Datenlecks oder andere Risiken zu vermeiden und überprüft dafür die Systeme eines Kunden auf Schwachstellen. Danach schlägt das Startup vor, was das Unternehmen verbessern könnte.

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Gründer Sven Weizenegger, der Perseus gemeinsam mit Inna Leontenkova und Steffen Teske startet, hat mit potenziellen Datenlecks Erfahrung: Er arbeitete unter anderem als erster Hacker für T-Systems, um problematische Lücken bei dem Unternehmen zu finden und zu schließen.

Warum nun gerade Finleap in den Bereich Cybersicherheit geht? Auf Nachfrage erklärt eine Sprecherin, längerfristig wolle Perseus seinen Mitgliedern auch Cyber-Versicherungen anbieten. Die sollten von externen Versicherern entwickelt und über das Startup verkauft werden. „Derzeit laufen bereits Gespräche mit verschiedenen Anbietern, bis Ende des Jahres will Perseus aber diesen Service integriert haben“, heißt es. Die Versicherungen kosten dann noch einmal extra zur monatlichen Gebühr.

Verschiedene Untersuchungen haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Datensicherheit bei kleinen und mittelständischen Betrieben große Mängel aufweist. Perseus ist nicht das erste Unternehmen, das bei diesem Problem ansetzt: Auch Patronus.io aus dem Hause Rheingau Founders oder das Karlsruher Abusix, an welchem Target Partners beteiligt ist, richten sich an ähnliche Zielgruppen. Bei dem Finleap-Venture aber glaubt man, man könne eine Cyber-Security-Lösung bieten, „die für KMUs verständlich und leicht zu implementieren ist“, so Mitgründer Teske. „Unsere Produkte werden anhand der individuellen Bedürfnisse unserer Endkunden gebaut.“

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Ob Perseus damit überzeugt, wird sich zeigen. In jedem Fall sorgt ab Mai 2018 eine neue EU-Richtlinie für Handlungsdruck bei den Mittelständlern: Sie hat für KMUs beispielsweise zur Folge, dass sie bei Cyberangriffen eine neue Informationspolitik einhalten müssen. Halten sie die Bestimmungen nicht ein, können Strafzahlungen in Höhe von bis zu vier Prozent des Unternehmensumsatzes oder 20 Millionen Euro gefordert werden.

Bild: Perseus