Jede Menge Geld für Deutschlands Fintech-Startups: Eine Gesamtsumme in einer Höhe von 107 Millionen US-Dollar wurde hierzulande im ersten Quartal 2016 investiert. Das berichtet eine neue Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG. Im Vergleich zum letzten Quartal 2015 hat die deutsche Fintech-Szene damit ordentlich zugelegt. Denn da waren es gerade einmal zehn Millionen.

Dabei ist auch die Anzahl der Deals in die Höhe geschossen. Während im vierten Quartal 2015 noch sieben Investments getätigt wurden, fanden von Januar bis März dieses Jahres mit 14 Deals insgesamt doppelt so viele statt.

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Die Liste der größten Runden führt ein Rocket-Schützling an: Die Kreditplattform Spotcap erhielt im Februar 34,4 Millionen Dollar, unter anderem vom russischen Milliardär Oleg Boyko. Ebenfalls von einem reichen Privatinvestor unterstützt wurde das Berliner Insurtech-Startup Friendsurance – im März erhielt das Unternehmen von Investoren wie dem chinesischen Milliardär Li Ka-Shing mehr als 15 Millionen Dollar. In der Auflistung der „Top Deals“ findet auch die Hamburger Kreditplattform Kreditech Beachtung. Als Teil seiner ursprünglich auf 150 Millionen angesetzten Serie C sammelte das Hamburger Startup im März noch einmal elf Millionen Dollar ein.

Als Top-Stadt für Investments gilt laut Studie Berlin. Neun Runden fanden hier statt, insgesamt wurden 75 Millionen Dollar investiert. In Hamburg gab es zwei Finanzierungen über insgesamt 12,1 Millionen Dollar. Wo das restliche Geld und die anderen drei finanzierten Startups sitzen, verrät die Studie nicht.

In ganz Europa wurden im ersten Quartal dieses Jahres insgesamt 348 Millionen Dollar in junge Fintech-Unternehmen gesteckt. An US-amerikanische Verhältnisse kommt dies nicht heran. Im selben Zeitraum wurden dort 1,8 Milliarden Dollar investiert.

Auch wenn Kalifornien und insbesondere das Silicon Valley der Startup-Hotspot schlechthin ist – die Heimat der Wall Street, New York, kann sich sehen lassen, besonders im Finanzsegment: Während an der Westküste in Städten wie San Francisco insgesamt 41 Deals getätigt und 500 Millionen Dollar investiert wurden, zog New York mehr Investorengeld auf sich. Zwar gab es dort nur 32 Investments. Aber dafür Runden in einer Gesamthöhe von 800 Millionen Dollar.

Der aktivste VC in Europas Fintech-Landschaft kommt übrigens auch aus den USA: Der VC Route 66 Ventures liegt in der Studie noch vor dem London Co-Investment Fund und dem deutschen Investor Holtzbrinck Ventures beim Ranking der aktivsten Investoren.

Die Mega-Deals des Quartals fanden übrigens in China statt. Dort wurden von Januar bis März 2016 fantastische Summen investiert: 1,2 Milliarden Dollar gingen an Lu.com und eine Milliarde an JD Finance.

Bild: Gettyimages / Michael Avina