Das Liqid-Gründungsteam: Paul Becker, Arne Zeising, die Geschäftsführer Christian Schneider-Sickert sowie Kyros Khadjavi und Jonas Tebbe

Man kommt ja gar nicht mehr mit. Eine Fintech-Investition, so scheint es gerade, jagt die nächste. Liqid, ein Vermögensverwaltungs-Startup aus Berlin, bekommt einen Millionenbetrag von der Verlagsgruppe Handelsblatt beziehungsweise dem gruppeneigenen Beteiligungsarm Dieter von Holtzbrinck Ventures. Der Betrag liege, das verrät Gründer und Geschäftsführer Christian Schneider-Sickert gegenüber Gründerszene, „im mittleren einstelligen Millionenbereich“. Bar auf die Hand gibt es die Summe allerdings nicht. Die Finanzierung enthält neben Kapital auch eine Medienkooperation mit der Wirtschaftszeitung. Wie groß die jeweiligen Bestandteile sind, verrät Schneider-Sickert nicht. Nur so viel: Der Kapitalteil sei größer.

Was Liqid macht, ist im Groben schnell erklärt: Das Startup legt Geld für seine Kunden an. Allerdings nicht für jedermann. Wer die Dienste in Anspruch nehmen will, muss schon mindestens eine sechsstellige Summe mitbringen. „Wir sind zwischen der Bank an der Ecke und Privatbanken“, formuliert es Schneider-Sickert. Im Hintergrund werkelt das Vermögensmanagement der Familie Harald Quandt – und ein zusammen mit den Unis in Zürich und St. Gallen entwickelter Algorithmus.

FinTech: Das ist Liqid, das neueste Startup im Portfolio von Project A

Das ist Liqid, das neueste Startup im Portfolio von Project A

Mit einem einstelligen Millionenbetrag finanziert Project A das Berliner Fintech-Startup Liqid. Das will die Geldanlage für Großverdiener digitalisieren.

Geld verdient Liqid anders als viele andere Fintech-Startups nicht durch Provisionen der Anbieter von Vermögensanlagen. Stattdessen müssen die Kunden Gebühren bezahlen, die sich nach dem verwalteten Vermögen richten, wie etwa beim Roboadviser Scalable Capital. Apropos, als solcher will Liqid auch nicht bezeichnet werden, obwohl es öfter geschehe. „Wir machen aber gar kein Advisory, sondern Vermögensverwaltung, wir legen das Geld also im Auftrag der Kunden an“, erklärt Schneider-Sickert.

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Um die Kosten niedrig zu halten und das Geschäftsmodell skalierbar, setzt Liqid auf digitale Prozesse, so der Mitgründer. Nachdem ein Algorithmus auf Basis unterschiedlicher Risikofaktoren ein zum Nutzer passendes Risikoprofil ausgearbeitet hat – etwa Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft – gebe es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Entweder die Anlage in ein vom Computer gemanagtes Portfolio oder die aktive Anlage durch den Chief Investment Officer des Quandt-Family-Offices. Der werde natürlich auch durch Software unterstützt.

Derzeit beschäftigt Liqid nach Angaben von Schneider-Sickert 22 Mitarbeiter, die meisten davon im Technologie-Bereich. Aber auch Banker beschäftigt das Startup und es gibt eine kleine Marketing-Abteilung. Gegründet wurde Liqid Anfang 2015, der Start erfolgte dann im Juni. Angeschoben wurde das Startup unter anderem vom Berliner Company Builder und Frühphasen-Investor Project A Ventures.

Bild: Liqid