Berufsgenossenschaft

Als Gründer ist es besonders wichtig, sich im Vorfeld über alle möglichen Versicherungen zu informieren. Gründer müssen sich bei der Berufsgenossenschaft eine Woche nach Gründung anmelden. Egal ob Sie sich für eine Personengesellschaft, eine Kapitalgesellschaft oder ein Einzelunternehmen entschieden haben, die Mitgliedschaft bei einer Berufsgenossenschaft ist in den meisten Fällen unumgänglich. Erfahren Sie im nachfolgenden Artikel alles, was Sie als Existenzgründer zum Thema Berufsgenossenschaften wissen müssen.

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Was ist eine Berufsgenossenschaft?

Eine Berufsgenossenschaft kümmert sich im Falle von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder auch Wegeunfällen um deren Bearbeitung oder, im Vorfeld, um deren Vermeidung. Sie befreit Sie außerdem von Ihrer zivilrechtlichen Haftung gegenüber den Arbeitnehmern. Die soziale Unfallversicherung wird von den Berufsgenossenschaften getragen. Dabei bietet die Berufsgenossenschaft Schulungen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen für Arbeitsgeber und Versicherte an.

Berufsgenossenschaften werden meist nach Branchen sortiert:

  • Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft
  • Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
  • Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft
  • Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse (BG ETEM)
  • Berufsgenossenschaft Holz und Metall
  • Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten
  • Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd
  • Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)
  • Berufsgenossenschaften Handel und Warendistribution
  • Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
  • Verwaltungs-Berufsgenossenschaft für Dienstleistungen und Digitale Geschäftsmodelle

Wen und wann versichert die Berufsgenossenschaft?

Alle Beschäftigten eines Unternehmens gehören, je nach Branche, zu der jeweiligen Berufsgenossenschaft. Die Berufsgenossenschaft versichert Angestellte in einem

  • Arbeits-,
  • Dienst-,
  • oder Lehrverhältnis.

Zudem versichert die Berufsgenossenschaft außerdem:

  • Landwirte
  • Kinder in Kindertagesstätten und Kindergärten
  • Schüler
  • Studenten
  • Zivilhelfer
  • Katastrophenschutzhelfer
  • Blut- und Organspender

Dabei ist es unwichtig, welches Alter, Geschlecht, Nationalität oder Einkommen der Versicherte hat. Sobald er bei einem Unternehmen angestellt ist, greift für ihn auch die Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft.

Die Leistungen der Berufsgenossenschaft werden dann fällig, wenn es sich um einen arbeitsbedingten Unfall handelt, wenn auf dem Weg zur Arbeit ein Unfall passiert oder wenn eine berufsbedingte Krankheit besteht. Eine Berufsbedingte Krankheit ist eine Krankheit, die durch die Ausübung eines Berufes entstanden ist. Also Beispielsweise eine Staublunge bei Schreinern oder Lungenkrebs bei Bergarbeitern. Ein arbeitsbedingter Unfall liegt vor, wenn eine versicherte Person, während der Ausführung einer betrieblichen Tätigkeit körperlich geschädigt wird. Um einen Wegeunfall handelt es sich, wenn sich auf einem versicherten Weg, meistens auf dem Weg von oder zu der Arbeitsstelle oder auch auf Dienstreisen, ein schädigender Unfall ereignet.

Welche Leistungen erbringt eine Berufsgenossenschaft?

Sollte eine Versicherung im Falle von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten greifen, werden verschiedene Maßnahmen angeboten. Diese können unter anderem sein:

  • Verletztengeld/-rente: Sofern es keine Lohnfortzahlung gibt, besteht Anspruch auf ein Verletztengeld während einer Arbeitsunfähigkeit. Verletztenrente kann dann gezahlt werden, wenn ein Versicherter aufgrund eines Arbeitsunfalls länger als 26 Wochen verhindert ist. Die Höhe der Rente richtet sich dabei nach dem Einkommen des Versicherten.
  • Hinterbliebenenrente: Falls ein Versicherter durch einen Unfall auf der Arbeit die Arbeitsstelle verloren hat, erhält er eine Vollrente. Bei einem Arbeitsunfall mit Todesfolge können Angehörige Leistungen von der Berufsgenossenschaft beziehen.
  • Hilfe bei Arbeitsverlust: Wenn ein Versicherter als Folge eines Unfalls, der sich auf der Arbeit zugetragen hat, seine Arbeitsstelle verliert, kann die Berufsgenossenschaft ihm eine neue passende Tätigkeit vermitteln. Sollte für die neue Tätigkeit eine Umschulung notwendig sein, werden die Kosten dafür meist von der Berufsgenossenschaft getragen.
  • Heilbehandlung: Im Falle eines Unfalls kann von der Berufsgenossenschaft ein Krankenhaus ausgesucht werden, in welchem eine Behandlung stattfindet. Zudem werden meistens die Überführungskosten in ein Krankenhaus ebenfalls von der Berufsgenossenschaft bezahlt.

Wer bezahlt die Berufsgenossenschaft und wie hoch sind die Beiträge?

Grundsätzlich werden die Berufsgenossenschaften hauptsächlich durch die Beiträge der Unternehmer finanziert. Sie werden unabhängig von den übrigen (Sozial-) Versicherungen abgewickelt. Arbeitnehmer zahlen hierbei keine Beiträge. Die Höhe der Beiträge für die Berufsgenossenschaft richtet sich generell nach dem Grad der Unfallgefahr in einem Beruf. Dabei werden durch die Berufsgenossenschaften Tarife erstellt, die verschiedene Berufe in ihre Gefahrenklassen einteilen. Ein Bürojob ist beispielsweise in einer niedrigeren Gefahrenklasse eingeteilt, als ein Schreinerjob. Somit ist ein Beitragssatz bei einem Schreiner höher als bei einem Büroangestellten. Zusätzlich werden die Beiträge für die Berufsgenossenschaft aufgrund der Summe aller Bruttoarbeitsentgelte der Beschäftigten errechnet. Der Beitrag ermittelt sich dann aus den Bruttoarbeitsentgelten und der Gefahrenklasse. Die Beiträge werden immer erst nach Ablauf des Geschäftsjahres berechnet. Die Berufsgenossenschaft selbst erzielt dabei allerdings keinerlei Gewinne.

Wie läuft der Versicherungsprozess ab?

Bei einem Arbeitsunfall, der zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen führt, besteht eine Meldepflicht an die Berufsgenossenschaft. Dabei müssen Sie einen Bericht über den genauen Unfallhergang verfassen. Die meisten Berufsgenossenschaften stellen Ihnen zu diesem Zweck ein Formblatt zur Verfügung. Zudem sollte dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden, dass es sich bei dem Unfall um einen Arbeitsunfall handelt und die Berufsgenossenschaft dafür zuständig ist. Die Ärzte sind meistens sogenannte Durchgangsärzte. Diese sind spezialisiert auf Arbeitsunfälle und können ebenfalls einen passenden Bericht verfassen, welcher dann an die Berufsgenossenschaft gesendet wird. Es gibt zudem Krankenhäuser, die eng mit Berufsgenossenschaften zusammen arbeiten und auf Arbeitsunfälle spezialisiert sind.

Wann wird man Mitglied bei einer Berufsgenossenschaft?

Alle Unternehmer müssen mit Beginn eines Unternehmens Mitglied einer Berufsgenossenschaft werden. Für Gründer ist es also besonders wichtig, den Gegenstand des Unternehmens den Berufsgenossenschaften anzuzeigen, um zu wissen, für welche Berufsgenossenschaft man sich anmelden muss. Gleichzeitig müssen alle Beschäftigten darüber informiert werden, zu welcher Berufsgenossenschaft das Unternehmen gehört. Grundsätzlich melden Sie Ihr Unternehmen bei der Berufsgenossenschaft an, was in den meisten Fällen auch online funktioniert. Sie als Unternehmer müssen der Berufsgenossenschaft eine Woche nach Gründung verschiedene Informationen mitteilen. Diese sind:

  • Gegenstand des Unternehmens
  • Versichertenanzahl
  • Datum der Arbeitsaufnahme
  • Namen und Wohnsitz der Bevollmächtigten/Gründer

Tipp: Informieren Sie sich über die kostenlose Hotline der gesetzlichen Unfallversicherer 0800 60 50 404 zu welcher Berufsgenossenschaft Sie und Ihr Unternehmen angehören. Ihre Arbeitnehmer sind bereits versichert, bevor Sie sich bei der Berufsgenossenschaft angemeldet haben. Trotzdem sollten Sie die Anmeldefrist von einer Woche nicht versäumen.

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