Kostenlos mit ihm Werbung machen? Geht gar nicht, meint Lahms Management

„Lahm neuer Großinvestor bei Münchner Startup“, meldete am Samstagmittag der Sportinformationsdienst (SID). Dass der Fußballprofi des FC Bayern einen siebenstelligen Betrag in Fitrate, einen Anbieter für Fitness-Flatrates, gesteckt habe, klang nicht gerade abwegig. Schließlich ist Lahm kein Neuling in der Szene, unlängst outete er sich als „Internet-Unternehmer“. Fanmiles und Danova gehören zu den ersten Beteiligungen im Porfolio des Bayern-Kapitäns.

Die besten Aprilscherze der Tech-Welt

Einziges Problem: Die Meldung war erfunden. Ein Aprilscherz, der dem Münchner Startup – je nach Sichtweise – besonders gut gelungen oder vollkommen missglückt war. Denn nachdem der SID die Mitteilung für authentisch befunden und über den Ticker geschickt hatte, griffen Dutzende Seiten die Meldung auf.

Das Startup erfand gleich eine ganze Hintergrundgeschichte, wonach sich Lahm und der Gründer von Fitrate am Rande der Bayern-Meisterfeier 2016 kennengelernt hätten. Auch ein Fake-Zitat war enthalten: „Ich glaube an die Jungs und die Idee einer Sport-Flatrate passt ja auch wunderbar zu mir als Sportler.“  

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Wenn es um seinen Ruf geht, kennt der Fußballer allerdings keinen Spaß. Lahms Management droht nun mit einer Klage. Spielerberater Roman Grill sagte gegenüber der Bild-Zeitung: „Diese Sache hat nichts mit einem Spaß zu tun. In unseren Augen ein billiger Trick, um mit einem Prominenten zu werben.“

Andere Unternehmen müssen normalerweise enorme Lizenzsummen zahlen, um mit Prominenten mit ähnlichem Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad zu werben. Wenn die Klage vor Gericht landet, könnte der kleine Scherz die Gründer teuer zu stehen kommen.

Das Startup gab sich nach dem Vorfall kleinlaut. „Wir wollten mit dem Aprilscherz niemanden ärgern und hätten nie damit gerechnet, dass er solche Wellen schlägt“, sagte ein Fitrate-Sprecher der Bild.

Fitrate hatte im November vergangenen Jahres seine Seed-Finanzierung in sechstelliger Höhe abgeschlossen. Als Lead-Investor hat sich Proyecta Ventures beteiligt. Einen Fußball-Profi haben sie allerdings noch nicht an Bord geholt.

Gründer in der Defensive: „Das war keine böse PR-Nummer von uns“

„Das war keine böse PR-Nummer von uns“

Ein Aprilscherz über ein vermeintliches Investment von Philipp Lahm ging für Fitrate nach hinten los. Hier erzählt der Gründer, wie das passieren konnte.

Bild: Getty Images / Adam Pretty