Paul Schwarzenholz (links) und Björn Kolbmüller arbeiten an einem neuen Startup

Für die Flaconi-Gründer war die Zeit reif für einen Abgang. Vor rund eineinhalb Jahren wurde das Parfüm-Startup komplett an den Münchner Medienkonzern ProSiebenSat.1 verkauft. Schon vor mehreren Monaten entschieden sich Björn Kolbmüller und Paul Schwarzenholz dazu, das von ihnen vor sechs Jahren gegründete Unternehmen zu verlassen. Im März zogen sich die beiden aus dem operativen Geschäft zurück, Ende Juli wurde ihr Arbeitsvertrag komplett aufgelöst. Das Unternehmen steht jetzt auf eigenen Beinen, ist finanziell abgesichert – und seit dem vergangenen Jahr sogar profitabel.

„Es war geplant, dass wir Flaconi irgendwann verlassen“, erzählt Kolbmüller bei einem Treffen in Berlin. „Nur der konkrete Zeitpunkt war lange offen.“ Das Team, das von dem Abgang der beiden bereits im Frühjahr erfuhr, sei wenig überrascht gewesen. Einige Tränen habe es dennoch gegeben.

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Die Idee für Flaconi kam Björn Kolbmüller und Paul Schwarzenholz nach ihrem Studium an der HHL in Leipzig. Anfangs arbeiteten die beiden in dem Büro von Mister Spex, dessen Gründer Dirk Graber einer der ersten Geldgeber war. Das Startup lief gut an, 2012 kam ProSiebenSat.1 als Investor an Bord und gab mit TV-Werbung auf den eigenen Sendern den entscheidenden Anschub. Im vergangenen Frühjahr folgte der Exit.

„Es war uns wichtig, dass Flaconi zum Zeitpunkt unseres Ausstieg auch ohne uns funktioniert“, sagt Schwarzenholz und verweist auf die aktuellen Zahlen, die ProSiebenSat.1 Ende März veröffentlichte. Demnach konnte Flaconi im vergangenen Jahr 33 Millionen Euro erwirtschaften und den Break-Even erreichen. Zum Vergleich: 2014, also vor dem Exit, lag Flaconi noch bei einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro. Schwarzenholz: „2015 war mit einem Plus von 175 Prozent das stärkste Jahr in unserer Firmengeschichte.“

HHL-Alumni, die Startups gründeten

Ersetzt wurden Kolbmüller und Schwarzholz nun durch Sven Töpfer und Javier Carvajal Vargas. Töpfer arbeitet bereits seit Oktober 2015 für Flaconi, Vargas kam im Februar dieses Jahres dazu. „Der Übergang hat sehr gut geklappt“, sagt Kolbmüller. „Jetzt werden die beiden die Internationalisierung von Flaconi vorantreiben. Es ist schon schade, dass wir das nicht mitgestalten können.“

Ganz so traurig dürften die Flaconi-Gründer, die sich seit dem Exit als Business Angel an Startups wie Muun oder Lillydoo beteiligt haben, aber nicht über ihren Abgang sein. Schließlich ergibt sich damit die Chance für eine neue Gründung. Die Idee für ein neues Startup haben die beiden auch schon. Der Name: Looplabs, eine Seite ist bereits online. Details wollen sie aber noch nicht verraten. Nur so viel: „Es geht um ein Thema, das uns bei Flaconi sehr viel beschäftigt hat: Kundenzufriedenheit“, verrät Schwarzenholz. Mehr Informationen wollen sie in den kommenden Wochen preisgeben.

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Bild: Flaconi