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Max Kolvenbach und Mark Mühürcüoglu, zwei der Gründer und Geschäftsführer von Flakes Corner

Als ich das Café Flakes Corner betrete, weiß ich gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll: An der Wand hängen reihenweise VHS-Kassetten, hinter der Theke stapeln sich knallbunte Cornflakes-Packungen und auf dem Tresen ausgefallene Süßigkeiten. In der hinteren Ecke des Ladens stehen Kinosessel, ein Super Nintendo guckt zwischen Kisten hervor. Kindheitserinnerungen werden wach. Ich bin in einem Cornflakes-Café gelandet.

Gründer und Geschäftsführer Mark Mühürcüoglu merkt mir meine Überforderung mit der bunten, süßen Welt und der schlechten 90er-Jahre-Popmusik direkt an. Er grinst. Es gehe vielen so, sagt er.

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Süßes im Überfluss

Kein Wunder: Mühürcüoglu und seine beiden Mitgründer Thomas Joussen und Max Kolvenbach verkaufen in ihrem Kölner Cornflakes-Café mehr als 120 Sorten Cornflakes. Diese kann man sich individuell zusammenstellen lassen, hinzu kommen Toppings wie Gummibärchen und verschiedene Sorten Milch.

Seit Dezember 2015 betreiben die drei das Café, auch online oder über Foodora können Cereal-Lover Frühstücksflocken bestellen. Am Wochenende laufe das Geschäft am besten, 300 bis 400 Schüsseln würden dann über die Theke gehen, erzählt Mühürcüoglu. Der durchschnittliche Preis liegt bei 4,70 Euro pro Schüssel. Die Gründer selbst zahlen bis zu zehn Dollar für eine Packung, wenn sie sie aus den USA importieren lassen.

FullSizeRender (1)Der Start war für die drei beschwerlich: „Als wir das erste Mal zu einer Bank gegangen sind, um einen Kredit zu bekommen, haben die uns ausgelacht“, erinnert sich Kolvenbach. Mit insgesamt 45.000 Euro Eigenkapital schafften sie es schließlich, das Café zu eröffnen. Und bei nur einem Laden soll es nicht bleiben. Im Oktober werde ein Ableger in Berlin eröffnet, direkt am Touristen-Hotspot Hackescher Markt, so die Gründer. Neu ist die Idee eines Cornflakes-Café jedoch nicht: In London gibt es seit 2014 das Cereal Killer Café.

Achtung, Zucker-Koma!

Ein solches Zucker-Paradies zu eröffnen, obwohl gesunde Ernährung im Trend liegt, klingt fast schon verrückt. Das ist den beiden durchaus bewusst. „Gesundheitsfanatiker sind nicht unsere Zielgruppe“, gibt Mühürcüoglu zu Bedenken. „Es gibt aber auch genügend Menschen, die keine Lust auf gesunde Ernährung haben oder nicht vegan leben wollen.“ Dennoch haben sich die drei auch gesündere Varianten überlegt. Es gibt auch verschiedene Sorten Müsli, vegane Milch und frisches Obst als Topping-Variante.

FullSizeRender (2)Ich wage mich ans Probieren und vertraue dabei auf Mühürcüoglus Expertise: Eine Mischung aus „Cap’n Crunch Sprinkle Donut Crunch“ und „French Toast Crunch“ mit Cookie-Schoko-Milch, Schoko-Sirup und einem „Kinder Happy Hippo“ oben drauf.

Schon der erste Löffel befördert mich fast in ein Zucker-Koma. Aufessen kann ich nicht, immerhin muss ich Platz für den „Nachtisch“ lassen: ein Pop-Tart – natürlich mit Schokolade. Mühürcüoglu sieht mich an und grinst: „Wer auf Diät ist, kann gleich wieder gehen.“

Bilder: Kim Richters / Gründerszene