Stuffle ist eine mobile Flohmarkt-App, mit der Nutzer Sachen kaufen und verkaufen können. Die Angebote werden nach Entfernung angezeigt. Nachdem sich herausstellte, dass etwa die Hälfte der Käufe nicht in der näheren Umgebung und mit persönlichem Austausch stattfindent, sondern per Überweisung und Versand den Besitzer wechselte, zog das Hamburger Startup mit entsprechenenden Features nach.

Zuerst wurde eine PayPal Zahlungsoption integriert, als nächstes wurde eine Lösung angeboten, mit der die Lieferung eines Artikels innerhalb der App geklärt werden kann. Dazu erhält der Verkäufer eine vorausgefüllte Paketmarke.

Dazu sprachen wir mit Adrian Korte, Pressesprecher von Stuffle, im Interview.

Gründerszene: Warum haben Sie sich für die Versandmarken-Lösung entschieden?

Korte: Wir wollten es unseren Kunden besonders einfach machen und haben daher an dem Punkt angesetzt, der häufig am nervigsten ist: Den Warteschlangen am Postschalter.

Mit unserer Lösung wird alles innerhalb der App geklärt. Von der Adresseingabe bis zur Bezahlung. Als Ergebnis erhält der Verkäufer eine komplett fertige Paketmarke, die nur noch ausgedruckt und auf’s Paket geklebt werden muss. Noch einfacher geht es nicht, denn das Paket kann mit der Versandmarke dann direkt abgegeben werden. An DHL Packstationen, Paketshops und Paketboxen – schnell und ohne lange Wartezeit .

Gründerszene: Wie wird diese Form der Versandoption angenommen? Für welche Gegenstände zeigt sich die Lösung als besonders gut geeignet?

Korte: Insgesamt ist der Zuspruch sehr gut, auch wenn noch längst nicht alle bei Stuffle erfolgten Verkäufe mit der Stuffle Lieferung abgewickelt werden. Verschickt werden ganz unterschiedliche Dinge, denn dank drei unterschiedlicher Paketgrößen ist die Stuffle Lieferung für ganz verschiedene Dinge geeignet. Vor allem kleine oder handliche Elektronik (Smartphones z.B.) werden mit uns verschickt. Der Versand von sehr großen Dingen wie einer Waschmaschine ist mit der Stuffle Lieferung aber nicht möglich. Für sehr kleine Dinge, die auch in einem Briefumschlag verschickt werden können, ist die Lieferung mit uns ebenfalls nicht so gut geeignet.

Gründerszene: Gab es Überraschungen bei der Nutzung oder Umsetzung?

Korte: Positiv überrascht hat uns, dass es bislang nur sehr wenige Rückfragen zur Stuffle Lieferung gab. Unser Ziel war, dass die Lieferung bei Stuffle genauso einfach wie der Rest der App funktionieren soll. Das ist uns offenbar gelungen. Aber Verbesserungspotenzial gibt es natürlich immer. So haben wir nicht daran gedacht, was passiert, wenn sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis einigen, der die Lieferung schon beinhaltet. Denn bei der Nutzung der Stuffle Lieferung werden die Versandkosten auf den vereinbarten Preis aufgeschlagen. Das hat dann zu zum Teil kuriosen Rückzahlungsvereinbarungen zwischen den Verhandlungspartnern geführt. Da werden wir bald nochmal nachbessern.

Gründerszene: Was fehlt im Logistikgeschäft? Was würden Sie sich wünschen?

Korte: Das ist schwer zu sagen. Insgesamt nimmt der Versandhandel ja weiter zu. Es wäre wünschenswert, dass er insgesamt auch einfacher wird. Bei Stuffle haben wir jetzt eine sehr einfache Lösung für C2C-Logistik präsentiert. DHL hat vor kurzem einen Briefkasten für Pakete vorgestellt, der vor der eigenen Haustür aufgestellt werden kann. Auch das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Insgesamt ist im Logistikbereich aber noch viel Luft nach oben; Es müssen aber nicht gleich Lieferungen mit Drohnen sein.

Gründerszene: Vielen Dank für die Insights und Ihre Zeit, Herr Korte.

 

Image: Stuffle