EXIST – Startup-Förderung des BMWi

Die Politik macht sich für Startups stark: Mit der Digitalen Agenda hat das Bundeskabinett 2014 einen wichtigen Schritt in puncto Innovations- und Wirtschaftspolitik gemacht, bei dem Informations- und Kommunikationstechnologien als Motor für Innovation, Beschäftigung und Wachstum eine große Rolle spielen. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt das Startup-Business: Mit dem Programm EXIST fördert das BMWi Unternehmensgründungen aus der Wissenschaft, die einen technologierorientierten und wissensbasierten Schwerpunkt haben. Mit insgesamt drei Ausrichtungen zielt das Programm darauf ab, die Gründungsbereitschaft sowohl an öffentlichen und privaten Hochschulen, als auch an außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen zu stärken. So sollen die Anzahl und der Erfolg von jungen Unternehmen in Deutschland gesteigert werden. EXIST unterstützt Studierende und Absolventen sowie Wissenschaftler bei der Konzeption, Entwicklung und Umsetzung ihrer Existenzgründungen. Die einzelnen Programmlinien widmen sich den folgenden Vorhaben:

Die EXIST-Gründungskultur hilft Hochschulen bei der Strategieplanung zu den Themen Unternehmertum und Gründungskultur, um diese im universitären Kontext sichtbarer zu machen und folglich nachhaltig umzusetzen.

Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventen und Wissenschaftler mit einer Reihe an Fördermitteln bei den Vorbereitungen ihrer Gründungen.

Der EXIST-Forschungstransfer fördert neben den erforderlichen Entwicklungsarbeiten zum Nachweis der Umsetzung der Gründungsideen viele andere notwendige Maßnahmen für einen erfolgreichen Firmenstart.

EXISTs Gründungserfolge: Drei Startups im Portrait

Drei Startups, die mithilfe des EXIST-Gründerstipendiums einen erfolgreichen Unternehmensstart hinlegen konnten, sind Kinematics, Testbirds und Gymwatch. Neben finanziellen Mitteln für Sachausgaben und Lebensunterhalt konnten die drei jungen Unternehmen während ihrer Gründungsphase Coachings und Seminare in Anspruch nehmen, um ihre innovativen Technik-Ideen auf den Markt zu bringen.

Kinematics: Roboter-Baukasten TinkerBots

Kinematics ist ein Jungunternehmen, das mit dem Baukasten TinkerBots (zu Deutsch: „Bastel-Roboter“), mit dem sich Selbstbau-Roboter herstellen lassen, Bausteine lebendig macht: Durch das Zusammensetzen verschiedener Bauteile, Sensoren und Module, wie dem Power Brain, welches die Roboter steuert, Gelenken, Greifern und passiven Elementen, wird den legoartigen Einzelteilen wortwörtlich das Laufen beigebracht. Ihnen können Bewegungsabläufe beigebracht werden; dies sowohl manuell, als auch über eine App. Per Bluetooth lassen sich die beweglichen Roboter steuern. Kinder sowie auch Erwachsene werden dadurch spielend in die Welt der Robotik eingeführt. Kinematics hat 2014 für TinkerBots den CeBIT Innovation Award gewonnen.

CEO & Co-Founder Matthias Bürger berichtet von seinen Erfahrungen mit EXIST:

„Wir haben enorm von EXIST profitiert und unser Produkt, den TinkerBots-Baukasten, würde es ohne das Förderprogramm wohl gar nicht geben. EXIST hat es uns ermöglicht, ganztägig am Projekt zu arbeiten und uns voll auf die Weiterentwicklung und Investorensuche zu konzentrieren. Außerdem hätten wir ohne die Sachmittel unsere Patente kaum aufrechterhalten bzw. gar nicht erst anmelden können.“

Kinematics Gründer: Christian Guder, Leonhard Oschütz und Dr. Matthias Bürger

Für junge Gründer hält er folgenden Ratschlag parat:

„Prototypen bauen! Egal, ob Investoren oder potenzielle Kunden: Prototypen helfen, die eigene Idee zu veranschaulichen, generieren Feedback und erlauben eine zielgerichtete Weiterentwicklung. Man sollte das Konzept so früh wie möglich und so vielen Leuten wie möglich präsentieren und dann das Feedback berücksichtigen. Bloß keine Angst vor Copycats.“

Testbirds: Software-Testing mit der Crowd

Das Münchener Startup Testbirds bietet Software-Testing für Websites, Apps, Games, Wearables und Smart TVs mithilfe der Crowd. Interessierte Tester können sich als Testbird registrieren und flexibel von Zuhause aus Webanwendungen, Apps & Co. testen. Die Crowd besteht dementsprechend aus echten Nutzern (nicht zwangsläufig mit technikaffinem Hintergrund), die unvoreingenommen Softwares testen. Das Schwarmintelligenz-Crowdtesting dient zum einen dazu, Bugs zu finden. Zum anderen soll so die Usability einer Software verbessert werden. Insbesondere für Unternehmen, die Applikationen entwickeln, eignet sich diese Art von Software-Testing: Bugs können schnell beseitigt und Usability frühzeitig optimiert werden.

Für Testbird-CEO Georg Hansbauer hat sich EXIST in der Gründungsphase ebenfalls als sehr hilfreiche Stütze erwiesen:

„Als frische Gründer war es uns eine große Hilfe, sich ein Jahr lang keine Sorgen um den eigenen Unterhalt machen zu müssen. Wir konnten unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die Umsetzung der Geschäftsidee richten.“

Das Testbirds-Team in Oktoberfest-Trachten

Gründern rät er folgendes:

„Für uns hat es sich bis heute bewährt, so schnell wie möglich Marktfeedback einzuholen. Dienstleistungen oder Produkte sollten gemeinsam mit den Kunden bzw. Nutzern weiterentwickelt werden, um passgenaue Lösungen anbieten zu können.“

Gymwatch: Fitness-Tracker

Gymwatch ist der weltweit erste patentgeschützte Fitness-Tracker, der Bewegungen und Kräfte bei Fitnessübungen aufzeichnet und parallel dazu auswertet. Der Gymwatch-Sensor, der entweder am Arm oder Bein angebracht werden kann, ist per Bluetooth mit der Gymwatch-App verbunden. Diese gibt (etwa über das Smartphone) in Echtzeit audiovisuell Feedback dazu, ob die Sportler ihre Trainingsvorgaben einhalten und die Übungen korrekt ausführen, sodass sie ihre Ziele leichter einhalten können. Hintergrund des zuverlässigen Online-Fitnesstrainers ist die mobile und technische Erfassung von Daten sowie darauf basierende Trainingsanalysen, die den Sportlern entsprechende Trainingsempfehlungen geben.

EXIST Startup-Stand auf der CeBIT

Vom 16. – 20. März 2015 wird EXIST zusammen mit über 30 von ihnen geförderten Startups und Institutionen auf der CeBIT anzutreffen sein. Wer sich für das Förderprogramm interessiert, kann vor Ort in Halle 9 „Research & Innovation“ in den direkten Austausch mit den Ansprechpartnern für Innovations-, Gründungs-, und Transferförderung treten. Dies lohnt sich nicht nur für potenzielle Gründer, sondern auch für Vertreter von Hochschulen, Universitäten und anderen wissenschaftlichen, nicht-gewinnorientierten Einrichtungen, die sich dafür einsetzen wollen, Gründungskultur und Unternehmertum an ihren Standorten zu stärken. Weitere Informationen zum EXIST-Programm gibt es hier.