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Fidor-Chef Matthias Kröner

Bei den Fintechs tut sich was: Die französische Großbank BPCE hat die Münchner Digitalbank Fidor übernommen. Damit schluckt Frankreichs zweitgrößte Bankengruppe einen etablierten Player der deutschen Fintech-Szene. Den Kaufpreis haben die Unternehmen nicht bekannt gegeben. Matthias Kröner bleibt weiterhin CEO und Shareholder von Fidor. Die übrigen Investoren verkauften ihre Anteile an BPCE, meldet das Handelsblatt. Der Übernahme müssen jetzt noch das Kartellamt und die zuständigen Aufsichtsbehörden zustimmen.

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Beide Unternehmen erhoffen sich, von dem Deal zu profitieren. Die Großbank will damit die digitale Transformation vorantreiben. Und Fidor habe mit dem neuen Kapital endlich die Möglichkeit, richtig zu wachsen, so Kröner im Handelsblatt. Bisher sei das Unternehmen ständig an die Grenzen des Eigenkapitals gestoßen: „Mit unseren begrenzten Mitteln wäre eine internationale Strategie wenig sinnvoll. Mit dem neuen Partner werden wir Europa erobern.“

Was der Verkauf für die mehr als 120.000 Kunden der Bank bedeutet, thematisiert Kröner im YouTube-Kanal des Unternehmens. „Die Übernahme wird für den Alltag der Fidor-Kunden keinen direkten Einfluss haben.“ Es werde sich weder an Service-Bereitschaft etwas ändern, noch an der Technologie oder anderen relevanten Bereichen.

Allerdings könnten die Kunden bald mit einem erweiterten Kreditangebot rechnen. Dafür wolle das Unternehmen die durch die Übernahme gewonnen Mittel einsetzen. Außerdem sollten damit Innovationen vorangetrieben werden. Hierbei fokussiert sich die Bank wie bisher auf die Kundensegmente im Retail- und KMU-Markt.

Matthias Kröner, Michael Maier, Steffen Seeger und Martin Kölsch gründeten das Unternehmen und starteten 2009 ihr Angebot. Kern des Geschäftsmodells ist, dass sich die Kunden selbst beraten. Dafür kommunizieren sie vor allem über die sozialen Netzwerke miteinander. Die Bank stellt ihren Service auch anderen Unternehmen zur Verfügung. Seit kurzem bietet Fidor etwa ein Konto in Kooperation mit Telefónica an.

Bild: Screenshot/Youtube