Girl Power? Darstellung von Frauen und Mädchen in den Medien

Wie steht es heutzutage um die Girl Power in den Medien? Zwar ist die zunehmende Female Force im wirtschaftlichen, beruflichen und familiären Bereich Fakt, doch in den Medien sieht die Realität immer noch ein wenig anders aus. Frauenbilder werden häufig relativ eindimensional dargestellt: Laut einer Studie von UNESCO werden Frauen und Mädchen auch im 21. Jahrhundert überwiegend stereotypisch abgebildet. Das Problem daran ist nicht, dass stereotypische oder klischeehafte Abbildungen nicht wahr sind, sondern, dass sie unvollständig sind, denn es wird nur ein Teil der Wahrheit präsentiert. Diese Portraitierungen lassen den Fakt weg, dass das weibliche Geschlecht viel facettenreichere Identitäten und Rollen hat – und so wird schnell aus einer Geschichte die einzige Geschichte. Dennoch: Aktuell ist an vielen Stellen ein Umbruch und Umdenken zu erkennen.

Bildsprache und Botschaften

Im täglichen Leben sind wir umgeben von bildlicher Sprache – sei es in Magazinen, im Internet, auf Werbeplakaten oder im Fernsehen. Bildsprache sendet auch immer bestimmte Botschaften aus. Bei der Darstellung von Frauen und Mädchen lassen sich oft sexistische Nuancen beobachten; mal mehr, mal weniger subtil. Frauen, die etwa als Sekretärinnen abgebildet werden und lediglich als Dekoration für einen männlichen Chef dienen, sind auch heute keine Seltenheit. Nach dem Motto „You can‘t be what you can’t see“, ist es deshalb wichtig, Mädchen und Frauen jene Message zu übermitteln, die ihnen zeigt, was sie alles in ihrem Leben anstreben und werden können – und was sie bereits sind. Die Öffentlichkeit muss bei der Bildauswahl in puncto Gender-Ausrichtung darauf achten, dass sie die transportierten Botschaften auch begründen kann, denn visuelle Botschaften haben eine große Wirkung und beeinflussen unsere Sicht auf die Welt.

Frauenbilder: Wandel der visuellen Landschaft innerhalb der Businesskommunikation

Die weibliche Bevölkerung ist wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Sie treibt Konsum voran, gründet immer häufiger Firmen und formt dadurch die Gesellschaft. Momentan wandelt sich der visuelle Dialog im Hinblick auf die Frauenbilder: Viele Unternehmen ändern die Art und Weise, wie sie mit ihren Zielgruppen kommunizieren, da sie anfangen, ein besseres Verständnis für diese zu entwickeln. Sie sprechen nicht mehr nur zu ihren Adressaten – oder im schlimmsten Fall an ihnen vorbei – sondern auch mit ihnen. So werden Frauenbilder mit mehr Stärke und Charakter, aber dennoch positiv und authentisch kommuniziert. Das neue Frauenbild macht Frauen und Mädchen zu den Autorinnen und Hauptdarstellerinnen ihrer eigenen Geschichte. Die weibliche Bevölkerung erkennt immer stärker, dass die „wahre Schönheit“ nicht im Alter beziehungsweise in der Jugend liegt, sondern, dass sich diese erst im Laufe des Lebens entwickelt und an anderen Faktoren festgemacht ist.

Dass sich diese Wahrnehmung zurzeit im Wandel befindet, spiegelt auch die fotografische Darstellung wieder: Viele Fotos repräsentieren Frauenbilder sehr realitätsnah. Die Foto-Plattform iStock by Getty Images beispielsweise bietet spezielle Bilderpools mit einem Repertoire an Motiven, die Frauen so facettenreich und authentisch darstellen, wie sie sind. Insbesondere mit der #RePicture Kampagne setzt sich der Stockanbieter dafür ein, die Welt losgelöst von überholten Klischees zu betrachten und sich von stereotypischen Darstellungen abzuwenden. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Typen von „Schönheitsidealen“, die durch ihre Authentizität viel näher dran an echten Frauen sind, in Zukunft die Norm werden.

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Vielfältige Frauenbilder von iStock by Getty Images: Preis für Bilderkollektion

Getty Images wurde im Februar 2015 mit dem Infinity Award für die „Lean In Collection“ ausgezeichnet, welche das Portal zusammen mit LeanIn.Org 2014 ins Leben gerufen hat – einer Non-Profit-Organisation, die von Facebook COO Sheryl Sandberg gegründet wurde. Die Lean In Datenbank umfasst mehr als 4.500 Bilder, die sich einer ausdrucksstarken, neuen Abbildung von Frauen und Mädchen sowie dem Familien- und Arbeitsplatzkontext widmen. Bei der Bildauswahl wurde von den Redakteuren insbesondere darauf geachtet, wie Frauen auf die Betrachter wirken. Frauenbilder wurden in Bezug auf Nationalität, Beruf, Alter oder Familienmodell so heterogen wie möglich abgebildet. Es wird verbildlicht, was Frauen und Mädchen können und nicht, wie sie aussehen sollten.

Ziel der Bilderkollektion ist es, stereotypischen Auffassungen zu verändern, Gender-Klischees zu brechen und authentische Frauenbilder in das Medien- und Werbungsumfeld zu bringen. Die Lean In Kollektion zeigt Bilder und Themen, die „inspirational and aspirational“, also inspirierend und erstrebenswert sind. Die Bilder wurden in über 65 Ländern lizenziert, unter anderem auch in Katar und Kuwait, und konnten bereits im ersten Jahr ein weltweites Sales Doubling verbuchen. Gender-Klischees zu eliminieren ist kein Trend – es ist hoffentlich ein Paradigmenwechsel. Weiteres Bildmaterial, das sich mit unterschiedlichsten Frauenbildern und vielen Facetten von Weiblichkeit befasst, lässt sich bei iStock finden. Das gewünschte Grafikmaterial kann einfach per Credit-Paket oder Abonnement erworben und in verschiedenen Projekten eingesetzt werden, die darauf abzielen, neue Frauenbilder in den Umlauf zu bringen und veralteten Frauenbildern den Kampf anzusagen.