Freeletics Kollektion

So sieht die neue Kollektion von Freeletics aus

2012 starteten die drei Münchner Studenten Andrej Matijczak, Mehmet Yilmaz und Joshua Cornelius ihre Fitness-App Freeletics. Sie sollte eine weltweiter Erfolg werden, löste in Städten wie Paris oder München einen regelrechten Hype aus. Aktuell arbeiten 130 Mitarbeiter für das Unternehmen.

Bis heute halten sich die Gründer gerne im Hintergrund. Ihr Studienkumpel Daniel Sobhani ist seit Jahren Geschäftsführer. Wir haben mit Sobhani über die Veränderungen bei dem Fitness-Startup gesprochen.

Wir haben mit Daniel Sobhani über die wichtigsten Entwicklungen gesprochen:

1. Nur ein Standort

Erst vor wenigen Wochen schloss Freeletics sein Berliner Büro. Das Ziel? Mehr Teamgeist und Effizienz an einem Standort, hieß es aus München. Allen Berliner Mitarbeitern wurde ein Job in der bayerischen Hauptstadt angeboten. Wird es trotzdem bald weitere Standorte geben? „Für die Zukunft möchte ich das nicht ausschließen“, heißt es dazu von Geschäftsführer Daniel Sobhani. Dabei müssen wir jedoch darauf achten, dass wir die aktuellen Vorteile, das Team zusammen in München zu haben, nicht vollständig verlieren.“ Konkrete Pläne gebe es nicht, Freeletics wolle aber internationaler werden.

2. Drei neue Apps

Neben der klassischen Freeletics-App, in der Nutzer mit ihrem eigenen Körpergewicht Übungen machen, hat Freeletics in den vergangenen Monaten drei weitere Apps in die Stores gebracht: „Freeletics Running“ für Laufübungen, „Freeletics Gym“ für das Training im Fitnessstudio und „Freeletics Nutrition“ für gesunde Ernährung. Genaue Downloadzahlen möchte Freeletics nicht nennen. „Die Apps sind noch jung und wir sind auch erst am Anfang der Entwicklung“, so Sobhani. „Was ich aber sagen kann: Wir sehen bei allen drei Apps ähnliche und sogar bessere Entwicklungen wie damals in der Anfangsphase der Bodyweight-App. Wir sind also definitiv auf dem richtigen Weg.“

3. Mehr Freeletics für Frauen

Bei den genauen Angaben zu den Nutzern hält sich Freeletics bedeckt. Der Geschäftsführer gibt jedoch zu, dass die Bodyweight-App in Summe mehr Männer als Frauen anspricht. Die neuen Apps sollen deswegen Frauen überzeugen. „Prinzipiell richten sich unsere zwei neuen Apps – Freeletics Running und Nutrition – mehr an Frauen und verzeichnen schon jetzt einen deutlich höheren Frauenanteil“, sagt Sobhani. „Die Markenkommunikation bei Running und Nutrition ist heller, etwas weniger antreibend, dafür bestätigender.“ Die Gym-App habe hingegen mehr männliche Nutzer.

4. Freeletics bald in Japan & Türkei

In sechs Sprachen gibt es die Bodyweight-App von Freeletics bereits. In den kommenden Wochen wird die App für Japan folgen. Dort sollen viele Menschen schon jetzt von ihr begeistert sein, heißt es von Freeletics. Einen genauen Starttermin für die japanische App kann der CEO aber nicht nennen. Nur so viel: „Lange wird es nicht mehr dauern.“ Auch eine türkische App hat das Startup bereits in der Pipeline, der Starttermin dafür ist allerdings ebenfalls nicht bekannt.

5. Nach Beschwerden: Kleidung soll hochwertiger sein

Vor einem Jahr launchte Freeletics seine erste Kollektion für Sportkleidung. Viele Nutzer zeigten sich enttäuscht: Die vorgestellten Sport-Outfits waren ihnen zu teuer. „Natürlich nehmen wir auch kritisches Kundenfeedback sehr ernst und wir arbeiten daran, die Kollektionen den Nutzern noch einfacher zugänglich zu machen“, sagt Sobhani. Genauer: „Für unsere neue Kollektion haben wir extrem hochwertige Materialien verwendet und den Preis trotzdem unterhalb des üblichen Marktpreises gehalten.“ Die bestellte Ware sei immer schnell ausverkauft. Auf der Straße und in Fitnessstudios sieht man die Kleidungsstücke bisher allerdings kaum.

6. Die Gründer haben aktuell keine operative Position

Bereits kurz nach dem Start setzen die drei Gründer ihren Studienkollegen Daniel Sobhani an die Spitze ihres Startups. Sie hielten sich von Anfang an im Hintergrund, traten – wenn überhaupt – nur zu dritt auf und gaben nur zusammen Interviews.

In den vergangenen Wochen war jeder der Gründer verantwortlich für die Entwicklung einer App. Seit dem Launch dieser Apps haben sich alle drei wieder aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. „Ein ungewöhnliches, aber sehr erfolgreiches Konstrukt“, nennt Sobhani es. „Wir tauschen uns regelmäßig jede Woche über aktuelle Entwicklungen aus. Dazu monatlich über langfristige strategische sowie organisatorische Themen.“

7. Nutzer sorgen für Millionen-Umsatz

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Freeletics 16 Millionen Euro Umsatz. Das seien 300 Prozent mehr als 2014, sagt Sobhani. 2014 waren es demnach vier Millionen. Zahlen zu dem Gewinn verrät der Geschäftsführer nicht. „Wir sind deutlich profitabel, aber wir investieren den mit Abstand größten Teil wieder in das Business“, ergänzt er. Mittlerweile seien die Nutzer zwei Millionen mal pro Monat auf Freeletics aktiv.

Das Büro von Freeletics

8. Freeletics braucht immer noch keine Investoren

„Wir bekommen regelmäßig Anfragen von Investoren“, verrät Sobhani. Er versuche auch den Kontakt aufrecht zu halten, bisher habe Freeletics das Geld von Investoren aber nicht gebraucht. „In der Vergangenheit haben wir die Vorteile eines Investors nicht klar genug gesehen. Das ist aber keine prinzipielle politische Haltung bei uns.“ Sollte ein Investor an einem Punkt der Entwicklung einen Mehrwert bringen, würden er und die Mitgründer diese Entscheidung noch mal überdenken. Sobhani selbst hält mittlerweile drei Prozent der Anteile an Freeletics, wie der aktuelle Eintrag im Handelsregister verrät.

9. „Wir sind erst ganz am Anfang“

Bei Fragen zu künftigen Plänen oder einer Vision, gibt sich Daniel Sobhani äußerst selbstbewusst. Für ihn ist klar: In den kommenden Jahren wird Freeletics noch mal deutlich erfolgreicher sein. „Wir kommen jetzt nicht einen Modus, in dem wir uns nicht mehr weiterentwickeln“, sagt er. „Ganz im Gegenteil: Die mit Abstand größten Entwicklungen liegen ganz klar noch vor uns. Wir sind erst ganz am Anfang.“

Freeletics

Freeletics-Geschäftsführer Daniel Sobhani

Bilder: Freeletics