FuerBier: Ein Wochenende und vier Kästen Bier

Was kommt dabei heraus, wenn sich zwei Digital-Agenturen ein Wochenende lang mit vier Kästen Bier einschließen? FuerBier etwa, eine Tauschplattform, auf der Dinge wie Handys, Pfeffermühlen oder Radkappen getauscht werden können – und zwar immer gegen Bier. Für einen Unfallwagen der Marke Mercedes Benz w124 e280 T Sportline LPG verlangt ein Nutzer beispielsweise „100 Kästen Bier (gefüllt, keine Mixscheiße)“. Wie es zu der Idee kam und ob das Projekt wirklich mit einem Augenzwinkern betrachtet werden sollte, verrät FuerBier-Macher und Onedot-CEO Denis Kern im Kurz-Interview mit Gründerszene.

Anzeige
Hallo Denis. Das Projekt heißt FuerBier und scheint auf den ersten Blick nicht ganz ernst gemeint zu sein.

Ja. Die Idee kam bei uns spontan nach der Arbeit: Eine Plattform, über die man alten Kram gegen Bier tauschen kann. Alle waren sofort begeistert und wir haben uns mit unserer Partner-Agentur aus Darmstadt zusammengeschlossen, am Wochenende ein Haus gemietet und das ganze Projekt in zweieinhalb Tagen auf die Beine gestellt. Wir haben sehr wenig geschlafen, durchgearbeitet und Bier getrunken. (lacht)

Was macht ihr normalerweise, wenn ihr nicht gerade an Spaß-Projekten arbeitet?

Mit unserer Agentur Onedot entwickeln wir Webprojekte, bauen Onlineshops und sind auf responsives Design spezialisiert. Unsere Partner-Agentur Webmelt entwickelt Cloud-basierte Unternehmenssoftware.

Auf der FuerBier-Seite gibt es für ein Spaß-Projekt vergleichsweise viele Angebote. Habt ihr die Hoffnung, dass das Projekt größer wird als gedacht, oder soll es ein Hobby neben der Agenturarbeit bleiben?

Da sind wir uns noch nicht einig. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es so gut ankommt. Es war ursprünglich als Team-Building-Event gedacht. Mittlerweile sind wir mit dem Projekt schon beim Sat.1 Frühstücksfernsehen gewesen, haben Anrufe von Radiosendern erhalten und Interviews geführt. Es kommt ziemlich gut an, wir haben überraschend viele Besucher auf der Seite. Und jetzt setzen wir uns zusammen und gucken, wohin das Ganze gehen soll.

Womit habt ihr denn gerechnet und wie viele Besucher habt ihr tatsächlich auf der Seite?

Wir haben mit nichts gerechnet. Direkt nach einer Woche hatten wir etwa 8.000 Besucher an einem Tag auf der Seite. Der Zähler ging eine Woche später bereits hoch auf 15.000 Besucher am Tag.

Das ging schnell.

Wir hatten aber auch Glück. Deichkind beispielsweise hat unsere Seite auf Facebook geteilt und wir haben dadurch enormen Traffic bekommen. Es verbreitet sich ziemlich schnell.

Könnt ihr euch vorstellen, das Ganze noch größer aufzuziehen?

Wir wollen die Plattform weiterentwickeln, neue Funktionen hinzufügen, etwa eine Share- oder Kommentar-Funktion einbauen. Es ging aber bisher alles zu schnell, um sich konkrete Gedanken zu machen, wie wir weiter vorgehen. Uns ist es extrem wichtig, eine große Community aufzubauen; wir wollen die Besucherzahlen halten.

Denkt ihr daran, die Plattform zu monetarisieren?

Viele Möglichkeiten gibt es da nicht, denn wir wollen das Angebot für den Nutzer immer kostenfrei halten. Eine Option, die sicherlich passt, wäre Bierwerbung zu schalten. Aber dezent, wir wollen den Nutzer nicht mit Pop-ups oder anderen aufdringlichen Werbemitteln zumüllen.

Nachdem FuerBier nun so gut anläuft: Wann kommen Folge-Projekte wie etwa FuerApfelsaft oder FuerBierdeckel?

Erst einmal sind keine weiteren Projekte in dieser Richtung geplant. Wir wollen zuerst das bestehende Projekt ausbauen und weiterentwickeln. Wir haben neben dem Projekt zudem auch weiterhin unsere Agenturen und müssen uns um das normale Geschäft kümmern. Da wir allerdings durch das Projekt viel lernen konnten, gehen wir fest davon aus, dass wir Projekte auch in Zukunft gemeinsam starten werden.

Denis, danke für das Gespräch.

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von QuinnDombrowski