Robot

C-3PO macht einen soliden Job als Protokollroboter und trat bis jetzt in allen Star-Wars-Filmen auf

Die Rechnung von Bill Gates klingt nachvollziehbar. Wenn in Zukunft Maschinen die Menschen in vielen Berufen ersetzen, dann müssten sie genau wie die Menschen Steuern zahlen, damit die Staatshaushalte nicht zusammenbrechen. Denn durch Lohn- und Einkommenssteuer wird immer noch ein Großteil der Staatshaushalte finanziert.

Neue Jobs in Schulen und im sozialen Bereich

In seinem Interview mit dem Online-Magazin Quartz macht sich der Microsoft-Gründer Sorgen, dass sich die Automatisierung so schnell entwickeln würde, dass dabei eine große Menge Menschen ihre Jobs verlören und keine Zeit hätten, sich beruflich neu zu orientieren. Gates schlägt deshalb vor, mit Hilfe einer Roboter-Steuer die Geschwindigkeit dieser Entwicklung zu bremsen. Auch das Europäische Parlament hat sich mit dieser Frage bereits auseinandergesetzt.

Die Einnahmen aus der Roboter-Steuer solle man laut Gates dazu verwenden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei denkt der Multimilliardär vor allem an soziale Einrichtungen, Schulen oder Bereiche, die durch Maschinen nicht abgedeckt werden könnten. Dabei ist die Steuer wohl nur eine Chiffre.

Die Zukunfts-Fragen, die Gates eigentlich stellt, sind:

Sind wir in der Lage, mit staatlichen Instrumenten wie zum Beispiel Steuern, die Geschwindigkeit von Innovationen und Digitalisierung zu bremsen, damit die Menschen Schritt halten können?

Aus welchen Quellen sollen sich der Staat und die Menschen in Zukunft finanzieren, wenn Lohnarbeit als Geldquelle ausfällt, weil Roboter den größten Anteil der Arbeit verrichten?

Die Erfahrung aus den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen der Vergangenheit hat gezeigt, dass man sich schon oft an veraltete Techniken und Wirtschaftsmechanismen geklammert hat, ja, sie sogar mit viel Geld subventioniert hat, um den Fortschritt zu bremsen und den Status Quo möglichst noch ein paar Jahre zu erhalten. Das war oft sehr teuer, der Umbruch ließ sich aber trotzdem weder verlangsamen, geschweige denn aufhalten. Innovation wurde gebremst, was langfristig zu noch größeren Problemen geführt hat.

Der bevorstehende Umbruch in der Arbeitswelt ist allerdings dramatischer als alles, was wir bis jetzt erlebt haben. Durch die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz sind viele Jobs gefährdet, die wir bis heute eigentlich als menschliche Domäne angesehen haben.

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Als die Fabriken noch von Menschen bevölkert waren

In einer Zeit, in der US-Präsident Donald Trump glaubt, er könne die Arbeitswelt der 60er-Jahre mit ihren von Menschen bevölkerten Fabriken zurückholen, müssen wir uns also noch viel schneller und intensiver um die Zukunft der Arbeit kümmern. Wo sind die Bereiche, die nur wir Menschen erledigen können? Was sind unsere wirklichen Stärken? Wie bereiten wir unsere Kinder in Schulen und Universitäten auf diese Aufgaben von morgen vor?

Ob in Zeiten der Globalisierung ausgerechnet das Instrument einer Steuer richtig ist, um eines des drängendsten Probleme der Zukunft zu lösen und den Menschen ihre Angst vor der Digitalisierung zu nehmen? Wahrscheinlich wollte Bill Gates einfach nur mit einer knackigen These aufzeigen, in welchem Bereich er dringenden Handlungsbedarf sieht.

Foto: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von JD Hancock