German Startups Group Samios Gerlinger

Woll(t)en mit dem IPO 61,6 Millionen Euro einnehmen: GSG-COO Nikolas Samios und CEO Christoph Gerlinger

Rund um den vorerst abgebrochenen IPO-Anlauf vor einem Monat hatte die German Startups Group (GSG) mit allerlei Schlagzeilen umzugehen. Nun meldet sich der Startup-Finanzierer mit den Geschäftszahlen des ersten Halbjahres zurück – und verweist auf gute Geschäfte. So habe sich der Netto-Konzerngewinn auf 2,0 Millionen Euro ausgeweitet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 waren es 1,4 Millionen Euro. Der Konzern besteht aus der GSG selbst und – seit Ende Juni dieses Jahres – einer Beteiligung von 50,5 Prozent am Berliner App-Dienstleister Exozet.

Auf die Frage, woraus sich der Gewinn genau zusammensetzt, erklärt das Unternehmen: „Die GSG erzielt ihren Gewinn mit den Wertzuwächsen abzüglich der Wertverluste von Beteiligungen.“ Bemessungsgrundlage seien Preise gewesen, die zuletzt andere Investoren für die Anteile an den Startups bezahlten. „Davon gehen unsere Betriebskosten, Abschreibungen, Zinsen und Steuern ab.“

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Zu beachten gilt dabei allerdings, dass Höherbewertungen nur eine Vorwegnahme möglicher späterer Erträge darstellen. Oder anders formuliert: Solange die einzelnen Buchgewinne nicht durch einen Exit zu einem konkreten Erlöszufluss führen, können sie nicht zum Bezahlen von Rechnungen benutzt werden. Das muss mit dem von den Aktionären in bar eingezahlten Kapital geschehen.

Der Wert der Beteiligungen habe sich in der Zeit von Januar bis Juni des laufenden Jahres dabei positiv entwickelt, betont man bei der German Startups Group. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr weist der Startup-Investor Stand Jahresmitte eine Brutto-Performance von 53,4 Prozent aus – im Vorjahr waren es 34,5 Prozent.

Nach Angaben der Beteiligungsgesellschaft machen 24 der insgesamt 41 aktiven Beteiligungen rund 94 Prozent des Werts aus. Dass niedrige Beteiligungen, wie etwa die von 0,06 Prozent beim Lieferdienstvermittler Delivery Hero, unbedeutend seien, weist GSG-Chef Christoph Gerlinger von sich. Diese leisteten „einen wesentlichen Beitrag zu unserem erzielten Gewinn“, lässt sich der Gründer und CEO zitieren. Wie hoch dieser ist, verrät er allerdings nicht.

Seit dem Start im Jahr 2012 habe man mit den Startup-Beteiligungen einen Wertzuwachs von 32,7 Prozent erzielen können. Ob das reicht, wenn man auch mit zukünftigen Vollausfällen rechnen müsse, will man beim Unternehmen nicht so recht kommentieren. Nur so viel: In der Brutto-Performance sei bereits der Saldo aus Wertzuwächsen und Wertverlusten enthalten. Natürlich nur im Rahmen dessen, was bisher geschah.

Von den rund 50 bis heute getätigten Investments gingen vier insolvent und zwei weitere befinden sich in Liquidation. „Natürlich gibt es aber für die Zukunft keine Garantie, dass die Quote so bleibe“, zeigt man sich beim Berliner Unternehmen bewusst. „Gerade da wir auch Seed-Beteiligungen machen, wird es immer Pleiten geben, das gehört zum Konzept.“ Mit dem Erotikshop Amorelie, an dem die German Startups Group direkt beteiligt war, und dem Adtech-Startup Fyber, bei dem der Investor Anteile bestehender Geldgeber übernommen hatte, gehen währenddessen zwei Exits auf das Konto der Berliner.

Bild: German Startups Group