German Startups Group Samios Gerlinger

Wollen mit dem IPO 61,6 Millionen Euro einnehmen: GSG-COO Nikolas Samios und CEO Christoph Gerlinger

Angekündigt war er bereits, nun gibt die German Startups Group die Details zu ihrem Börsengang bekannt. Bereits in weniger als zwei Wochen, am 17. Juli, soll es soweit sein. Ab dem heutigen Mittwoch läuft die Angebotsfrist für die Erstnotierung, sie endet am Tag vor dem IPO. Die Preisspanne wurde auf 2,70 bis 3,60 Euro festgelegt. Die Gesamtnettoerlöse werden zum Mittelwert der Preisspanne und bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungs-Optionen („Greenshoe“) auf 64,1 Millionen Euro beziffert, wovon 61,6 Millionen Euro an die German Startups Group gehen. Das Kapital soll überwiegend in den Ausbau des Beteiligungsportfolios investiert werden.

Nach Durchführung des Angebots werden die Altaktionäre rund 23 Prozent und die neuen Aktionäre rund 77 Prozent der Aktien halten. Daraus errechnet sich eine Marktkapitalisierung von 83,25 Millionen Euro. Basis für die Bewertung des Unternehmens sei der veranschlagte Wert der Beteiligungen, ist aus dem Umfeld des Unternehmens zu hören. Einen „Plattformaufschlag“ wie etwa beim IPO von Rocket Internet, habe es nicht gegeben. Begleitet wird der IPO von der Commerzbank sowie von Hauck & Aufhäuser, der BHF-Bank und der Quirin Bank.

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Vom Börsenumfeld – die Aktien von Windeln.de oder Rocket Internet haben seit den IPOs beide an Wert verloren – scheint man sich beim Berliner Startup-Geldgeber genauso wenig beeindrucken zu lassen, wie von Marktunsicherheiten rund um die Zukunft des Euroraums. Die Erfolge des eigenen Portfolios seien nicht abhängig von der Entwicklung in Griechenland, betont Christoph Gerlinger, Gründer und CEO der German Startups Group, gegenüber Gründerszene.

Stattdessen geht der Geldgeber in die Offensive: Um möglichst viele Interessierte als Anleger gewinnen zu können, habe man sich etwas Besonderes ausgedacht: Wer das Papier zeichnen möchte, kann das über die Webseite der German Startups Group tun. Ein Depot bei den Konsortialbanken sei nicht nötig, so Gerlinger.

„Die Altaktionäre werden beim IPO keine Aktien verkaufen“, hatte der GSG-Chef bereits im Gespräch mit Gründerszene versichert, „es sei denn, die Emissionsbanken üben ihre Greenshoe-Option ihnen gegenüber aus.“ Bislang wird die Gesellschaft von Gerlinger selbst, dem COO Nikolas Samios, den Aufsichtsräten des Unternehmens sowie Freunden und Bekannten getragen.

Auf 40 aktive Investments verweist die German Startups Group, darunter etwa der Kunst-Shop Juniqe, der Lieferdienst-Vermittler Delivery Hero oder die Musikplattform SoundCloud. Zwei ordentliche Exits hat der Investor in den vergangenen Monaten vermeldet: Im Oktober 2014 ging der Mobilwerber Fyber für einen wohl niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an ein internationales Medienunternehmen, im Frühjahr dieses Jahres wurde dann der Sex-Shop Amorelie mehrheitlich von ProSiebenSat.1 übernommen.

Knapp vor dem nun angekündigten IPO erweitert die German Startups Group ihr Portfolio durch die Übernahme eines Mehrheitsanteils an der Berliner Exozet-Gruppe, die zukünftig ihre Dienste – etwa die Konzeption, Gestaltung und Programmierung von Internetseiten und Online-Shops – insbesondere, aber nicht ausschließlich, an Portfolio-Unternehmen anbieten soll. Nicht immer läuft alles nach Plan, und so musste etwa das GSG-Portfoliounternehmen Squadmail, das ein „Dropbox für Emails“ werden wollte, zum Jahreswechsel den Dienst einstellen.

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Die Gesellschaft arbeitet nach eigenen Angaben seit ihrem ersten vollen Geschäftsjahr nach internationalen Bilanzierungsstandards (IFRS) profitabel. Im Geschäftsjahr 2014 stieg der Gewinn von zuvor 176.000 Euro auf 1,44 Millionen Euro. Grund dafür war der Anstieg des Ergebnisses aus dem Beteiligungsgeschäft um 183,6 Prozent auf 2,48 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014 bedingt durch eine positive Wertsteigerung der Beteiligungen. Im ersten Quartal 2015 habe man eine Steigerung des Ergebnisses aus dem Beteiligungsgeschäft auf 859.000 Euro nach 93.000 Euro im Vorjahreszeitraum verzeichnet.

In der Zeit vom 1. Juli 2012 bis 31. März 2015 erzielte die German Startups Group nach eigenen Angaben eine Bruttorendite von 30,5 Prozent pro Jahr auf das durchschnittlich investierte Kapital. Die von GSG erzielte Rendite des durchschnittlich gebundenen Kapitals für das erste Quartal 2015 belaufe sich annualisiert auf 40,1 Prozent.

Die Basisinformationen zum IPO der German Startups Group in Kürze

Erster Handelstag 17. Juli 2015
Angebotszeitraum Das Angebot beginnt am 8. Juli 2015 und endet voraussichtlich am 16. Juli 2015.
Preisspanne 2,70 Euro bis 3,60 Euro je Aktie
Angebotsvolumen Gesamtvolumen von 64,1 Millionen Euro zum Mittelwert der Preisspanne
Marktkapitalisierung 83,25 Millionen Euro
Emissionserlöse für das Unternehmen 61,6 Millionen Euro
Art der Emission Öffentliches Angebot von Aktien in Deutschland

Börse
Frankfurter Wertpapierbörse
Marktsegment Entry Standard (Freiverkehr/Open Market)
Konsortialbanken Commerzbank (Sole Global Coordinator/Joint Bookrunner) sowie Hauck & Aufhhäuser, BHF-Bank und Quirin Bank (Joint Bookrunners)
Dauer von Veräußerungsbeschränkungen (Lock-Up Period) Unternehmen und die Geschäftsführung, die Aufsichtsratsmitglieder und weitere einzelne Aktionäre: 12 Monate; weiteren bestehenden Aktionäre: 6 Monate

 

Bild: German Startups Group