Christoph-Gerlinger-German-Startups

GSG-Chef Christoph Gerlinger; der Startup-Investor hat seine Büros im ehemaligen Tempelhofer Flughafen

Der Berliner VC German Startups Group will sein Geschäftsmodell erweitern. Wie das von Christoph Gerlinger gestartete Unternehmen mitteilt, soll eine Sekundärmarktplattform für nicht notierte Anteile an Startups geschaffen werden. Außerdem bereit die GSG die Ausgabe von Genussrechten auf die Wertentwicklung einzelner Portfoliounternehmen vor, über die Anleger an der Entwicklung der Startups teilhaben können.

Der börsennotierte Startup-Geldgeber wolle sein Geschäftsmodell vor allem deshalb ändern, weil die Wertentwicklung der Aktie nicht das Wachstum der Portfolio-Unternehmen widerspiegele, so Gerlinger gegenüber Gründerszene. Bislang sind die Aktien börsengelisteter Investoren wie die GSG, Rocket Internet oder auch Auden alles andere als Erfolgsgeschichten. Eigentlich hatte die GSG die eigene Aktie als eine Art Barometer für die Entwicklung der deutschen Startup-Szene etablieren wollen – was aber nicht funktionierte.

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Mit ihrer geplanten Plattform für den Handel mit bestehenden Anteilen an Startups geht die GSG währenddessen über das eigene Portfolio hinaus. Beabsichtigt sei allerdings nur ein Matchmaking, so Gerlinger: Es würden Interessierte auf beiden Seiten – bestehende Investoren und interessierte Anleger – zusammengebracht. Mehr als ein Kleinanzeigengeschäft sei es allerdings schon, selbst eine Bafin-Lizenz für Anlagevermittlung sei notwendig. Die Plattform orientiert sich am US-Vorbild Sharespost, auf der vor allem Anteile von Jungunternehmen angeboten werden, die kurz vor dem Exit stehen. In dieser Phase sei oft eine größere Nachfrage nach Secondary-Transaktionen festzustellen, hofft auch Gerlinger.

Ist seine Idee eines börsennotierten VCs also gescheitert? So weit will Gerlinger nicht gehen. Aber das bisherige Geschäftsmodell alleine sei für die German Startups Group nicht erfolgversprechend. Wie konkret die beiden Vorhaben letztendlich ausgestaltet würden, sei noch nicht abschließend geklärt. Erst muss die Hauptversammlung Anfang Juni das erweiterte Geschäftsmodell genehmigen.

Bild: German Startups Group