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Die Treats-Gründer Camilla Sievers, Alexander Seyss und Ines Grangl (von links)

Viele Berufstätige kennen das Problem: Sie müssen noch schnell eine Aufgabe fertig machen, haben Zeitdruck, aber sie können sich nicht konzentrieren. Der Kopf ist dicht, die Gedanken schweifen ab und eine bleiernde Müdigkeit macht sich breit. Oft greifen sie dann zu einem Schokoriegel oder einer anderen Leckerei, um das Gehirn wieder in Schwung zu bringen. Doch viele dieser Knabbereien enthalten nicht nur viel Zucker, sondern auch Fett – und das ist nicht gerade gesund.

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An ernährungsbewusste Menschen richtet sich das Startup Treats. Es wurde im August 2015 von der Ernährungswissenschaftlerin Camilla Sievers, der Beraterin Ines Grangl und dem Sportwissenschaftler Alexander Seyss in Wien gegründet.

Dafür kaufen sie sogenanntes Brainfood von verschiedenen Herstellern ein, beispielsweise von Inspiral aus Großbritannien oder von der Münchner Marke Wow!bab. Darunter sind unter anderem Nuss-Mischungen, Proteinriegeln, Datteln, Kokoschips oder Bio-Müsli. „Künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und stark Salziges haben wir nicht im Sortiment“, sagt der Mitgründer Seyss. Die Kunden zahlen zwischen 1,40 Euro für einen Riegel und bis zu 3,50 Euro für Trockenfleisch.

Die Lebensmittel liefert das Startup in Büros aus und platziert sie dort in einem eigens angefertigten Regal, das an die Unternehmensgröße angepasst werden kann. In jedem ist ein Tablet integriert, über das man die Lebensmittel kaufen kann.

Zuvor können sich Angestellte über eine App auf ihrem Handy informieren, welche Snacks für sie geeignet sind. Haben sie Lebensmittel-Unverträglichkeiten? Mögen sie Nüsse? Ernähren sie sich vegan? Die App macht ihnen Vorschläge, zu welchen Snacks im Regal sie greifen sollten – und zu welchen lieber nicht. Und sie legt für jeden Nutzer ein eigenes Profil an.

Außerdem bietet das Startup Holzaufsteller oder Boxen für Meetings an, bestückt mit Lebensmitteln und Getränken. Und die Gründer verkaufen über ihren Webshop auch Snacks in Boxen an Büros oder Privatkunden. „Es ist eine einfachere Art für uns, Bekanntheit und Umsätze zu erzeugen“, sagt Seyss.

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Abgerechnet wird via Kreditkarte oder per Sofortüberweisung, bei der der Kunde ein Guthaben auf sein App-Konto geladen hat. Die Kosten für die Snacks tragen in der Regel die Mitarbeiter. Manche Unternehmen subventionieren sie aber auch oder zahlen sie komplett.

Heute arbeiten vier Personen für Treats. Und die Regale stehen bei zehn Firmen im Großraum Wien und bei einer in Salzburg. Das Startup sorgt dafür, dass sie immer befüllt sind. Dafür zahlen die Firmen dann eine Service-Gebühr – die genaue Höhe will der Gründer allerdings nicht verraten. Auch über die Umsätze will er sich nicht äußern.

Das Startup ist zurzeit noch eigenfinanziert, doch geht es nach den Gründern, soll sich das ändern – sie sind auf Investorensuche: „Wir wollen mehr Personal einstellen und nach Deutschland expandieren.“

Bild: Treats © by TomRoschanek